Neu im Kino: Der norwegische Episodenfilm „Home For Christmas“ kommt ohne viele Worte aus

Diese stille Bescherung macht Freude

Paul (Trond Fausa Aurvåg) wird von seiner Exfrau (Kristine Rui Sletterbakken) verführt - weil sie denkt, hinter der Maske befinde sich ihr neuer Freund. Foto: Pandora

Dieses Weihnachten ist das schlimmste für Paul. In „Home For Christmas“ des norwegischen Regisseurs Bent Hamer schaut er durchs Fenster in das Haus seiner Exfrau Tone, die ihm den Kontakt mit seinen Kindern verboten hat. Das wäre eine Bescherung, wieder so ein Zuhause zu haben.

Also haut Paul (Trond Fausa Aurvåg) in der Scheune Tones neuem Freund eins über die Rübe, verkleidet sich an dessen Stelle als Weihnachtsmann und bringt den Kindern seine Geschenke. In der Küche aber will ihn seine Ex verführen, weil sie hinter der Maske ihren neuen Liebhaber wähnt.

Der Zuschauer leidet mit in Hamers ebenso schönem wie sehnsuchtsvollem Weihnachtsfilm. Bekannt wurde der Skandinavier mit lakonischen Erfolgsstreifen wie „Kitchen Stories“ und „O’Horten“. Auch im Episodenfilm „Home For Christmas“ wird sehr wenig gesprochen, aber das sagt mehr als tausend Worte.

Geschickt verwebt Hamer das Leben von einem Dutzend Menschen in dem kleinen norwegischen Dorf Skogli. Das geht nicht ohne Klischees. In den dunklen Bildern sieht die verschneite Welt aus, wie man sich ein perfektes Weihnachten vorstellt. Nur das Leben ist nicht perfekt: Aus dem besten Fußballer des Dorfes ist ein Obdachloser geworden, der sich nicht einmal die Zugfahrkarte für die Reise zu seinen Eltern leisten kann. Ein Arzt wird von einem illegal in Schweden lebenden Serben mit einem Messer gezwungen, Geburtshelfer für das Baby seiner Frau zu sein. Und ein Junge schwänzt die Bescherung, weil er seiner muslimischen Klassenkameradin näherkommen will.

Trotz der vielen Geschichten nimmt sich Hamer Zeit für seine Figuren und schafft komische Bilder. Karin (Nina Andresen-Borud) bekommt von ihrem Liebhaber erst einen roten Seidenschal, aber dann erklärt Kristen (Tomas Norström) ihr wie jedes Jahr, dass er seine Familie nicht verlassen könne. Bei der Christmette setzt sich Karin später neben Kristens Frau. Beide tragen den schönen roten Schal, und man ahnt, dass dieses Weihnachten noch schlimm wird für Kristen.

Genre: Weihnachtsfilm

Ohne Altersbeschränkung

Wertung: !!!!:

Von Matthias Lohr

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