Diese Story ist ein Schatz: „Die Schatzinsel“ im Tif

Wandlungsfähig: Nicht nur Björn Bonn (Jim Hawkins, links) und Bernd Hölscher (als Long John Silver) spielten mehrere Rollen. Foto: Klinger

Kassel. „15 Mann auf des toten Seemanns Kiste. Johoho und ’ne Buddel voll Rum!“ Ja, dieses ist das Schlachtlied der verwegenen Piraten der „Schatzinsel“.

Damit beginnt Dieter Klinges Inszenierung der weltberühmten Abenteuergeschichte um den Schiffsjungen Jim Hawkins und den durchtriebenen einbeinigen Piraten Long John Silver (musikalische Einstudierung: Georgy Vysotzky). Und damit endet sie auch, bevor die Akteure wieder im Dunkel verschwinden.

15 Mann? Um genau zu sein: Wir zählen insgesamt 17 Figuren. Aber es spielen nur vier Darsteller in der umjubelten Premiere mit, die im ausverkauften Tif über die Bühne ging. Wenn die stetigen Verwandlungen nicht so unglaublich witzig wären, könnte man annehmen, strenge Sparauflagen ließen beim Kindertheater nicht mehr Personal zu.

Robert Louis Stevensons „Schatzinsel“ ist der Klassiker unter den Abenteuerromanen (Bühnenbearbeitung: Andreas Gruhn): Eine tolle Story um einen geheimnisvollen Schatz auf einer fernen Insel, eine Initiationsgeschichte, die den Jungen Jim Hawkins - gespielt von Björn Bonn, der als Einziger nur eine Rolle hat - nach einer großen Reise über die Meere und vielen ausgestandenen Gefahren und Kämpfen zum Mann reifen lässt.

Ein Bühnenraum mit vielen Gesichtern

Zufällig gerät er an die Schatzkarte des Kapitäns Flint, noch bevor sie in die Hände der Piraten gelangt. Mit der Squire Trelawney (Klaus Beyer) geht er unter Kapitän Smollet (Aljoscha Langel) an Bord der „Hispaniola“, zunächst nicht wissend, dass die Piraten um den bösen holzbeinigen Long John Silver (Bernd Hölscher) mit an Deck sind.

Die Figuren sind sehr wandelbar. Den Vogel in puncto Komik schießt Aljoscha Langel ab, der auch als Jims Mutter mit Häubchen und Vollbärtchen und als bizarr-tänzelnder Einsiedler Ben Gunn brilliert. Und auch der Bühnenraum hat viele Gesichter. Auf ihm werden Kneipe, Schiff, Kombüse und Südseeinsel gleichermaßen und stets andeutungsweise untergebracht (Bühne und Kostüme: Ursula Kriegel).

Was also nicht unmittelbar sichtbar ist, ersetzen Fantasie und Imagination. So werden die jungen Zuschauer (empfohlen ab neun Jahren) zu Komplizen der Helden im Geiste. Das schafft nicht mal „Fluch der Karibik“. Großer Jubel am Ende.

Nächste Termine: 17. und 26. Mai, 5. und 6. Juni im Tif. Karten unter 0561/1094-222.

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