Kunstpreisträger Markuz Walach macht sogar mit Feuerzeugen Musik – am 19. Mai im Theaterstübchen

Dieser Mann ist eine ganze Band

Ist gern unterwegs: Mit Rad und Anhänger reiste der Kasseler Musiker Markuz Walach vor einigen Jahren nach Südfrankreich. Nun tritt der 30-Jährige, der 2015 den Kasseler Kunstpreis erhielt, endlich wieder in seiner Wahlheimat auf. Fotos: Koch/Lohr/

Kassel. Wer den Musiker Markuz Walach einmal live erlebt hat, wird sich an einen Philosophie-Bestseller erinnert fühlen und fragen: „Wer ist das – und wenn ja, wie viele?“. Der 30-Jährige spielt nicht nur seine Gitarre wie ein Gott, er nutzt sie auch als Percussion-Instrument. Mit den Füßen bedient er Schellenring und eine Basstrommel. Er spielt Mundhamornika und macht sogar aus Feuerzeugen Instrumente.

Als Walach im vorigen Jahr den mit 5000 Euro dotierten Kasseler Kunstpreis bekam, staunte Juror Olaf Pyras: „Markuz ist alles in einem, und das ist unglaublich.“ Mit seiner „Handmade One Man Music Show“ ist der gebürtige Sauerländer danach durch England getourt, nun kann man ihn endlich wieder in Kassel erleben: Am 19. Mai tritt er im Theaterstübchen auf.

Zu Hause ist die Hemmschwelle größer als anderswo“, sagt der Musik- und Französischstudent, der sich lange vor einem Heimspiel gedrückt hat, dafür schon in halb Europa aufgetreten ist. 2013 machte Walach sich mit dem Rad und einem Anhänger nach Südfrankreich auf. Seinen ziemlich einzigartigen Mix aus Blues, Funk, Rock und Pop spielte er auf dem Weg dorthin in Fußgängerzonen und in Clubs.

Manchmal schlief er am Straßenrand. Als ihm ein Koffer mit Instrumenten geklaut wurde, fand er im Müll eine Auflaufform, die er seither bei Auftritten mit dem Fuß anschlägt. Über seine Reiseerfahrungen singt er auch auf seinem Album „Mileage“. „Ohne die Reise würde es mich als Solokünstler nicht mehr geben“, sagt Walach, der zuvor mit seiner Band Zebranistic Funkrock gemacht hatte.

Zwischenzeitlich zog er nach Berlin, wo er ebenfalls viele Einflüsse aufnahm. Nun lebt er wieder in Kassel, um sein Lehramtsstudium nach 13 Semestern bald zu beenden. Wenn man ihn fragt, ob er Musiker sei, der auch studiert, oder angehender Lehrer, der Musik macht, sagt er: „Das schwankt von Woche zu Woche.“

Nächste Woche ist er in erster Linie Musiker: Für seinen Auftritt hat er einen Freund engagiert, der 80 Minuten lang neben ihm stehen und sonst nichts machen wird. „Der Mann der da steht“, lautet der Titel der „Null-Performance“. Nach dem Konzert wird mancher vielleicht sagen: Markuz Walach ist zwei Mann – mindestens.

Markuz Walach spielt am Donnerstag, 19. Mai, 20 Uhr, im Theaterstübchen, Jordanstraße 9, in der Reihe „Kassels kulturelle Vielfalt“. Als Vorband tritt die Kölner Formation Old Man auf. Tickets: HNA-Kartenservice, 0561/203-204.

www.markuzwalach.com

Von Matthias Lohr

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