Er will als Witzbold bezeichnet werden

Dieter Nuhr bekommt Kulturpreis Deutsche Sprache in Kassel

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Will als Witzbold bezeichnet werden: Dieter Nuhr bekam am Samstag den Kulturpreis Deutsche Sprache in der Kasseler Stadthalle überreicht.

Kassel. Ein Witzbold hat in der Kasseler Stadthalle den Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache erhalten. So möchte Dieter Nuhr nämlich bezeichnet werden, wie er auf der Pressekonferenz sagte, als er gefragt wurde, ob er Kabarettist oder Comedian sei.

Der 53-Jährige ist bereits in beiden Kategorien mit den wichtigsten deutschen Auszeichnungen geehrt worden. Nun hat er auch den mit 30.000 Euro dotierten Sprachpreis erhalten, den in den vergangenen 13 Jahren Persönlichkeiten wie Loriot und Frank Schirrmacher erhalten haben. Nuhr ist der erste Kabarattist, wie Prof. Dr. Helmut Glück, der Sprecher der Jury, sagte. Nuhr selbst hätte wohl eher Witzbold gesagt.

Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen würdigte den George Clooney des Kabaretts, wie Nuhr auch genannt wird, in seiner Laudatio unter anderem mit einem Auszug aus der Jury-Begründung, in der es heißt: „Dieter Nuhr macht intelligentes Kabarett. Er bringt seinem Publikum Sprachkritik nahe und regt es an, über die Wirkung von Sprache nachzudenken.“

Der dreiteilige Preis wurde zum 14. Mal in Kassel von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und dem Verein Deutsche Sprache (Dortmund) für besondere Verdienste um die Deutsche Sprache vergeben.

Sprachpreis für Dieter Nuhr in Stadthalle überreicht

Nuhr zeigte fast 30 Minuten Ausschnitte aus seinem aktuellen und seinem nächsten Bühnenprogramm und gestand am Ende, dass er sich vielleicht noch nie so über einen Preis gefreut habe. Die anderen Auszeichnungen habe er erhalten, weil er lustig sei. In Kassel habe man ihn dagegen geehrt, „weil das was ich sage, ernst genommen wird.“

Die Zuhörer im vollen Blauen Saal der Stadthalle amüsierten sich prächtig. Nuhr erzählte etwa, wie er früher immer seiner Tochter vorgelesen habe. Das mache er heute immer noch: „Nur macht es nur noch halb so viel Spaß, seitdem der Kerl daneben liegt.“ Man muss kein Germanist sein, um über Nuhr lachen zu können.

Weitere Auszeichnungen gingen an die Mentor-Lernhilfe (Initiativpreis Deutsche Sprache, 5000 Euro) sowie das Lektorenprogramm der Robert-Bosch-Stiftung (Institutionenpreis Deutsche Sprache, undotiert). Von Matthias Lohr

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