Digitale Fantasiewelten bei der Ballettschule Doutreval

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Die Erdbeerkinder: 80 Mitwirkende hatte das Tanzstück „The Game“ im Opernhaus - erzählt wurde die Geschichte von David (David Voß, Mitte, in Weiß).

Kassel. In der ersten Reihe im ausverkauften Opernhaus saßen die Ehrengäste. Ein wenig stolz, die Gründer Andre und Sylvie Doutreval. Sie waren aus der Schweiz angereist, um das neue Programm der Ballettschule Doutreval zu sehen.

Seit 44 Jahren besteht diese traditionsreiche Einrichtung, seit 20 Jahren leitet sie nun schon Verena Renner, die an diesem Abend zusammen mit ihrem Sohn Dario „The Game“ auf die Bühne stellte.

Tanzen macht Spaß, besonders wenn das Tanzstück so spannend und zeitgemäß daherkommt. Rund 80 kleine und große Tänzer, die jüngste war wohl vier Jahre alt, erzählten die Geschichte eines kleinen Jungen (David Voß), der an Vaters Computer spielt und sich im Internet verirrt. Das Spiel nimmt seinen Lauf.

Digitale Fantasiewelten gebären Elfen und böse Zauberer, Erdbeerkinder und Maskengesellschaften. Mit ungeheurer Leichtigkeit und choreografischem Mut verwob Renner die kleinen Geschichten und unterschiedlichsten Tanzbilder, fügte Klassik an Pop, Stepp an Jazz, und selbst der „Sterbende Schwan“ entfaltete im elegischen Tanz der jungen Alice Tkotz seinen alten Zauber wieder neu.

Trumpften auf: Benedikt Ströher und Alice Tkotz.

Doch Super-Star war sicher der junge Tänzer Benedikt Ströher, der mit seinem überzeugendem Gesang aus „Elisabeth“ auch einen Hauch Musical in „The Game“ brachte. „Ich tanze so, wie es mir gefällt“, wurde zum Motto dieses Abends. Es fand in dem dramatisch-expressiven Pas de deux der ausdrucksstarken Ramona Rettberg und Ströher, beide Gefangene in der Welt des singenden Bösewichts (Marcos Rudmann), seinen besonderen Ausdruck.

Elfengleiche Tänzerinnen wie Katharina Walter und Nina Kramer, die 33 coolen Stepper mit den Sonnenbrillen, und, na klar, die ganz Kleinen, so niedlich und süß in ihren farbenprächtigen Kostümen und ihrem aufgeregtem Stolz, ließen „The Game“ zu einem bunten Abbild eines überzeugenden schulischen Profils werden. Zum Schluss sang Christine Ihle „One Moment In Time“ und alle posierten mit tänzerischer Grazie auf der Bühne: Ja, tanzen macht Spaß. Stürmischer Applaus im Opernhaus.

Von Juliane Sattler

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