Ding dong klingelingeling: Party mit den Dorfrockern in Vellmar-Frommershausen

Mit Partymusik haben es die Dorfrocker zum legendären Metal-Festival in Wacken geschafft. Zuvor lassen die drei Brüder aus Unterfranken in Vellmar die Sau raus.

Nicht einmal eingefleischte Metal-Fans können die Dorfrocker aufhalten. Am ersten August-Wochenende tritt die Stimmungsband aus dem unterfränkischen Kirchaich beim legendären Festival in Wacken vor 75 000 Menschen auf. Natürlich haben einige Traditionalisten sogleich eine Petition gegen den Auftritt des Trios ins Netz gestellt.

Die Dorfrocker seien eine „Ballermann-Schlagerband“ und repräsentierten genau das, „was die Wacken-Fans zutiefst ablehnen“. Bis heute haben den Aufruf jedoch nur 27 Hardrock-Liebhaber unterschrieben. Der Auftritt mit Band beim weltgrößten Metal-Festival wird der vorläufige Höhepunkt in der erstaunlichen Karriere der drei Brüder, die am Samstag im fünften Jahr in Folge in der Mehrzweckhalle Vellmar-Frommershausen für Stimmung sorgen werden.

Wer die Dorfrocker bislang noch nicht kennt, war in den vergangenen Jahren nicht in einem Festzelt. Dort wird ihr volkstümlicher Partyrock hoch und runter gespielt. Ihre Lieder heißen „Aber das Bier schmeckt gut“, „Gut im Bett“ und „Das Fleisch ist heiß“.

In ihrem größten Hit besingen Markus, Tobias und Philipp Thomann die „Glöcknerin von Dingolfing“, die die Glocken rausholt und „mit viel Gefühl“ an ihnen spielt. „Ding dong ding dong klingelingeling“, heißt es im Refrain. „Wir wollen keine Lieder über den Regenwald schreiben, sondern die Sau rauslassen“, sagt Markus Thomann am Telefon.

Das jüngste Album „Holz“ kletterte bis auf Rang vier der Charts - für den 37-Jährigen ist der Aufstieg durchaus folgerichtig: „Wir wurden nicht wie bei Dieter Bohlen von null auf hundert geschossen, sondern sind historisch gewachsen.“ Schon vor 25 Jahren spielte der Akkordeonist mit seinem älteren Bruder auf Dorffesten. 2007 waren sie erstmals in der ARD zu sehen. Seither sind mehr als 1000 Auftritte dazugekommen. Selbst am Ballermann haben die Dorfrocker schon Zeilen gesungen wie: „Das schönste Bett, das ist die Elisabeth.“

Schlagzeilen machte die Band vor zwei Jahren, als sie in einer Kirche mit dem nackten Skandalluder Micaela Schäfer ein Video drehte. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen gelten die Dorfrocker als die Zukunft der volkstümlichen Musik, die sonst im Fernsehen kaum mehr stattfindet. „Wir sprechen alle an, die feierfreudig sind“, sagt Markus Thomann.

Open Air im Heimatort 

Zuletzt traf er nach einem Konzert drei Besucher. Der erste hatte ein Shirt der Hardrockband Kiss an, der zweite eins der Toten Hosen und der dritte eins von Frei.Wild. Alle trugen aber auch Schals und Mützen der Dorfrocker.

Die 1000 Einwohner von Kirchaich in der Nähe von Bamberg sind ebenfalls stolz auf die Brüder. Wenn die Dorfrocker dort einmal im Jahr ihr Open-Air-Konzert veranstalten, helfen alle mit - von den Fußballern bis zum Kegelverein. Hier fühlt sich Markus Thomann wohl: „Ich schätze die Ruhe hier, zumal ich am Wochenende immer dort unterwegs bin, wo es laut ist.“ Vielleicht wird es in Vellmar fast so laut wie in Wacken.

Die Dorfrocker spielen Samstag, 20 Uhr, in der Mehrzweckhalle Vellmar-Frommershausen (Abendkasse: 15 Euro) sowie am 17. September bei der Kasseler Wiesn auf der Baunataler Knallhütte. Karten dafür gibt es beim HNA-Kartenservice, 0561/203-204.

Zur Band 

Mitglieder: Die drei Brüder Philipp (Gitarre), Tobias (Gesang) und Markus Thomann (Akkordeon, Bass)

Gegründet: 2005

Heimat: Kirchaich (Unterfranken)

Karriere: Ihren ersten Plattenvertrag unterschrieben die Dorfrocker 2006, seither sind sie Profimusiker. Bis dahin hatte Markus Thomann als Steuerberater gearbeitet.

Privates: Markus Thomann lebt mit seiner Familie in seinem Heimatort Kirchaich. Seine Brüder wohnen nur 400 Meter entfernt.

Internet: www.dorfrocker.de

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