Maximalbasis im Theaterstübchen

Direkt aus dem Leben gegriffen

Hexenschuss in Musik gesetzt: Saxofonist Thomas Tkacz. Foto: nh

Kassel. Selbst dem hartnäckigsten Optimisten fällt es sicherlich schwer, einem Hexenschuss etwas Positives abzugewinnen. Dass dies dennoch möglich ist, zeigte die Kasseler Band Maximalbasis am Dienstagabend im Theaterstübchen. Denn der Saxofonist Thomas Tkacz verarbeitete eine entsprechende Erfahrung in seiner Eigenkomposition „Lumbago“.

Doch auch einige andere Titel des Abends schienen direkt aus dem Leben gegriffen. Bei Songtiteln wie „Ratlos im Supermarkt“ oder „Dringende Angelegenheit“ zeigte die Combo Humor und Selbstironie.

Witz und Kreativität bewiesen aber nicht nur die Titel der Eigenkompositionen. Auch musikalisch wussten die Modern-Jazz-Kompositionen zu gefallen. Von der langsamen Ballade bis zur mitreißenden Up-Tempo-Nummer blieb kein Wunsch unerfüllt. Dabei zeigte sich nicht nur der vielsagende Titel „Blau schraffiert“ reich an Blue Notes. Auch die restlichen Songs sprühten nur so vor kreativer Soli und ausschweifender Blue Notes.

Aus dem hervorragenden Ensemble stach besonders Pianist Maximilian Mäckel hervor, der neben ausgeklügelten Voicings auch mit einer ausgezeichneten Technik brillierte.

Topniveau bewiesen an diesem Abend auch die übrigen Mitglieder der Band. Toll, wie Robert Pfaff (Drums), Philip Wipferl (Bass), Maximilian Mäckel (Piano), Frank Matthäus (Gitarre) und Thomas Tkacz miteinander harmonierten und improvisierten. Energiegeladen, manchmal aber auch samtweich bewegte sich der charakteristische Saxofonton von Tkacz durch die harmonischen Labyrinthe der Songs.

Bemerkenswert, dass lediglich die Zugabe dieses Abends nicht aus der Feder des Quintetts stammte. Kräftiger Beifall, der sicherlich nicht nur von Optimisten stammte.

Von Sebastian Krämer

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