Dirty Dancing: Natalie Portman glänzt im furiosen Ballett-Thriller „Black Swan“

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Wer ist denn jetzt das liebe Mädchen? Natalie Portman sieht als Balletttänzerin Nina ihr dunkles Ich im Spiegel.

Glaubt man dem Choreografen John Neumeier, war die Quälerei für Natalie Portman umsonst. Zehn Monate vor dem Dreh des Ballett-Thrillers „Black Swan“ hatte die US-israelische Schauspielerin mit einem kräftezehrenden Tanztraining begonnen.

Mindestens fünf Stunden täglich übte Portman mit Profis. Sie zog sich eine üble Rippenverletzung zu und malträtierte sich die Zehen. Nun urteilt Neumeier, Intendant des Hamburg Ballett, über die 29-Jährige: „Sie spielt gut. Bis zu dem Moment, wo sie tanzen soll.“

Portman ist zwar in 90 Prozent der Tanzszenen zu sehen, aber meist nur mit dem Oberkörper in Großaufnahme. Tanzexperten werden sie so schnell nicht mit einer echten Primaballerina verwechseln. Und dennoch gilt Portman völlig zu Recht als heiße Oscar-Kandidatin. Als Nina liefert sie ein grandioses Spiel einer Frau, die für den perfekten Tanz alles machen würde. Wenn sie einen in ihre dunkle Seele blicken lässt, laufen dem Zuschauer Schauer über den Rücken.

US-Regisseur Darren Aronofsky, der zuletzt Mickey Rourke zum „Wrestler“ gemacht hatte, mischt hier furios die Genres: „Black Swan“ hat etwas von einem Sportdrama mit einer guten und einer bösen Kontrahentin sowie einem Horrorfilm wie David Cronenbergs „Die Fliege“. Auch Nina wachsen in „Black Swan“ Flügel.

Mit wackliger Handkamera erzählt Aronofsky in dunklen Bildern von der New Yorkerin Nina, die die große Rolle der Schwanenkönigin in „Schwanensee“ bekommen hat. Star-Choreograf Thomas Leroy (Vincent Cassel) hat sie ausgewählt, obwohl er sie für einen Duttkopf hält - eine Ballerina, für die es nichts außer Tanzen gibt.

Kampf gegen strenge Mutter

Als Hausaufgabe gibt er ihr mit auf den Weg: „Mach es dir selbst und werde frei.“ Die frigide Nina lebt bei ihrer Mutter, einer strengen Ex-Tänzerin, in einem pinkfarbenen Kinderzimmer. Zudem zerbricht sie fast unter dem Druck ihrer ebenso ehrgeizigen Rivalin Lily (Mila Kunis) und der alternden Ballerina Beth (Winona Ryder). Wie Nina gegen diese Strukturen rebelliert, das ist „Dirty Dancing“.

Die Geschichte von Autor Andrés Heinz ist also auch ein Entwicklungsroman, in dem die Grenzen zwischen Realität und Traum verwischen. In einer Nacht hat Nina ausgerechnet mit ihrer Konkurrentin Lily meisterhaft choreografierten Lesben-Sex, aber am nächsten Morgen scheint es, als sei alles gar nicht passiert.

Ebenso brillant wie Portman ist der Franzose Cassel. Einmal demütigt er als fieser Ballett-Lehrer Leroy die für ihn viel zu liebe Nina, indem er ihren Tanzpartner fragt, ob er mit ihr schlafen wolle: „Niemand würde dieses Mädchen ficken.“ Portmans Filmpartner in dieser Szene ist der französische Star-Tänzer Benjamin Millepied. Im wirklichen Leben sind die beiden nach „Black Swan“ ein Paar geworden und erwarten nun ein Kind. Für Portman hat sich die Pein doch gelohnt.

Genre: Thriller

Altersfreigabe: ab 16

Wertung: !!!!!

www.hna.de/kino

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