Nordhessische Lieder und Gedichte im Saal der Kreuzkirche

Mäh sin doch auch wer

Stimmen sich ein: Jochen Faulhammer (Gesang und Texte) und Christine Weghoff am Akkordeon vor ihrem Auftritt. Foto:  Wienecke

Kassel. „Sie können so mürrisch sein und meinen es doch gut.“ Eigentlich geht es in der Arie der Mozart-Oper „Die Hochzeit des Figaro“ ja um Frauen. Jochen Faulhammer hat den Text kurzerhand auf die Nordhessen umgemünzt, was bei den 40 Besuchern im Saal der Kreuzkirche umgehend zur Erheiterung führte.

Ums Essen, Trinken und die Liebe drehte sich der Lieder- und Gedichtabend „Mäh sin doch auch wer - Das Nordhessen-Programm“ des Leiters der Kantorei der Kreuzkirche, der von Christine Weghoff am Akkordeon begleitet wurde.

„Sie hat einen Sprachfehler, sie ist nicht von hier“, zog Jochen Faulhammer die Lehrbeauftragte am Institut für Musik der Universität Kassel auf, denn sie stammt aus dem Südoldenburger Land. Und so schmunzelte und strahlte sie ausschließlich hinter dem von ihr virtuos bedienten Instrument, bis auf zwei Gesangseinlagen, eine davon - wie bereits erwartet - in perfektem Nordhessisch.

Jochen Faulhammer machte aus Franz Schuberts „Röslein auf der Heide“ das „Röslein uss Guxhaaren“, um von der Wehrhaftigkeit der nordhessischen Frauen zu berichten. Der Kuckuck und der Esel aus dem Volkslied wurden zu Otto und Erich, die sich wegen fünf Gartenzwergen streiten.

In feiner Max-und-Moritz-Manier kamen der Schang und der Schorsche daher. Auch ihnen stand der Sinn nach Ahler Worscht und Bier, zuvor hatte der exzellente Bass mit dem großen Stimmumfang eine nordhessische Speisekarte durchsungen. „Mäh sin doch auch wer“ stellte sich schließlich als Mundartversion von Sinatras „My Way“ heraus.

Langer, sehr herzlicher Applaus und ein Zugaben-Tango mit dem Titel „Minne Ahle“, bei dem es sich wohl auch ums Essen dreht, denn die Ahle „hängt im Räucherschrank“.

Von Bettina Wienecke

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