Kassel

Kunst-Aktion zur documenta 15? Künstler über Fake-Einladungen am Boden zerstört

Erster Standort der documenta 15: Das Ruru-Haus in der ehemaligen Sportarena am Friedrichsplatz in Kassel.
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Erster Standort der documenta 15: Das Ruru-Haus in der ehemaligen Sportarena am Friedrichsplatz in Kassel.

Die Organisatoren der Documenta 15 haben derzeit nicht nur mit Corona zu kämpfen. Gefälschte Einladungen machen Ihnen und den Künstlern zusätzlich zu schaffen. 

  • documenta 15 in Kassel: Künstler wurden von Unbekannten eingeladen.
  • Hierbei könnte es sich allerdings ebenfalls um eine Kunst-Aktion handeln.
  • Gefälschte documenta-Einladungen lösten viel Verwirrung aus.

Kassel - „Derzeit kursieren nicht von uns ausgehende Einladungen, die etwas für Verwirrung sorgen“, heißt es auf der Website der documenta. Generaldirektorin Dr. Sabine Schormann bittet Museumsleiter, Kuratoren, Galeristen und Künstler weltweit, sich mit Andrea Linnenkohl, „General Coordinator documenta fifteen“, in Verbindung zu setzen.

Die Formulierung „Verwirrung“ dürfte untertrieben sein. Schormann sagte der „Süddeutschen Zeitung“, es sei zutiefst tragisch, mit den fälschlich zur Teilnahme aufgeforderten Künstlern und Kuratoren umzugehen: „Wir haben wirklich herzzerreißende Briefe erhalten, in denen die Angeschriebenen ihrer Freude Ausdruck verleihen.“ Da ist also mancher Lebenstraum geplatzt.

documenta 15: Künstler werden für Kassel ausgewählt - ohne extra Bewerbung

Zur Teilnahme an einer documenta bewirbt man sich nicht, die künstlerischen Leiter – bei der 15. Ausgabe der Weltkunstausstellung vom 18. Juni bis zum 25. September 2022 ist das die Künstler-Gruppe Ruangrupa aus Indonesien – fordern zur Beteiligung auf.

Die ist vor allem für jüngere Künstler ein unvergleichliches Karrieresprungbrett. Für manche sei die gefälschte Aufforderung „wirklich tragisch“, so documenta-Sprecherin Johanna Köhler gegenüber dem Kunstmagazin „Monopol“.

documenta teilt mit: Bisher wissen man von über 30 E-Mails die an Künstler gingen

„Wir wissen von 33 solcher E-Mails“, teilte die documenta gestern mit. Ihre Herkunft sei relativ gut verschlüsselt: „Wir sind mit Experten daran, wissen aber noch nicht, wer der Absender der E-Mails ist.“ Es sei aber gelungen, eine Mailadresse, von der Schreiben versendet wurden, schließen zu lassen.

Die Fälschungen seien mit Aufwand betrieben: „Es wird mit Namen des Artistic Teams hantiert in Verbindung mit Fake-Namen.“ Teilweise gehe man auf die Biografie oder Ausstellungen und Projekte der eingeladenen Künstler ein.

„Monopol“ spekulierte, ob es sich bei den Fake-Mails womöglich selbst um eine Kunstaktion handeln könnte. Im Vorfeld der documenta 14 hatte eine Berliner Künstler-Gruppe mit einer Absage Schlagzeilen gemacht: Sie veröffentlichte die Petition „Adam Szymczyk, wir wollen nicht zur documenta 14“. Dabei waren diese Künstler gar nicht gefragt worden. (Mark-Christian von Busse)

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