documenta 1 als Film: Ein ungewöhnliches Projekt macht aus Fotos bewegte Bilder

Die documenta 1 im Fridericianum: Der Fotograf Günther Becker hat die Ausstellung fotografisch dokumentiert. Hier ein Blick ins erste Obergeschoss, links ein Picasso-Bild. Foto: documenta-Archiv, Günther Becker

Kassel. Wie viele Kunst-Interessierte hätten nicht gern selbst die erste documenta im Jahr 1955 besucht. Dieses Versäumnis lässt sich jetzt nachholen.

In eineinhalbjähriger Arbeit haben Bernd Scott und Peter Schima mit ihrer Firma Visus Film UG einen „Film, der nie gedreht wurde“ geschaffen.

Was sich paradox anhört, ist die filmische Aufarbeitung des Werks des Fotografen Günther Becker, der die documenta 1 im Auftrag von Ausstellungsmacher Arnold Bode in hochwertigen Schwarz-Weiß-Fotografien festgehalten hat. Die Bilder, die zu den Schätzen des documenta-Archivs gehören, zeigen die komplette Ausstellung im damals noch sehr vom Krieg beschädigten Fridericianum.

Durch raffinierte Zoomtechnik und Perspektivwechsel ist es den Filmemachern gelungen, die perfekte Illusion einer Wanderung durch die Ausstellung zu erzeugen. Die Methode, einzelne Bildinhalte in den Vordergrund zu ziehen, führt den Zuschauern viele Kunstwerke, aber auch Details der Inszenierung vor Augen, die beim bloßen Betrachten der Fotos nicht auffallen würden. Zusammen mit den knappen, informativen Erläuterungen des documenta-Experten Harald Kimpel und der Klavieruntermalung von Christian Möller und Stefan Jung wird die documenta 1 zur faszinierenden Film-Erfahrung.

FilmVorführung

Präsentiert wird „documenta 1 - Der Film, der nie gedreht wurde“ am Sonntag, 11 Uhr, im Gloria-Kino als Auftakt der Reihe „Aus dem documenta-Archiv“, die Archiv-Direktorin Dr. Birgit Jooss ins Leben gerufen hat. Nach der Filmvorführung diskutieren Experten, moderiert vom Vorsitzenden des documenta-Forums, Dirk Schwarze.

Von Werner Fritsch

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