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Jetzt steht fest: documenta-Defizit fällt noch höher aus

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Von: Matthias Lohr, Maja Yüce

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War bei der documenta 14 erst in Athen und dann in Kassel zu sehen: Das Marmorzelt von Rebecca Belmore. © Mark-Christian von Busse

Das Defizit der documenta 14 fällt deutlich höher aus als bislang bekannt: Auf 5,4 Millionen Euro wurde die Finanzierungslücke beziffert. Nach Abschluss aller Prüfungen steht jetzt fest, dass das Defizit bei 7,6 Millionen Euro liegt.

Das teilte die documenta mit. Das Land Hessen und die Stadt Kassel übernehmen dieses als Gesellschafter je zur Hälfte. Unter anderem sei das Minus aufgrund der Umsetzung der Ausstellung an zwei Standorten – Kassel und Athen – entstanden. Weitere Gründe werden nicht genannt.

In der Sitzung der Gremien der documenta und des Museums Fridericianum am Mittwoch seien zentrale Weichen für die Zukunft der documenta gestellt worden. Zum einen wurde der Wirtschaftsplan für das Jahr 2019 beschlossen, zum anderen die Eckwerte des Fünfjahresplans bis zum Jahr 2023 erörtert mit dem Ziel, die Planungen und die Umsetzung der documenta 15 abzusichern, die vom 18. Juni bis 25. September 2022 stattfinden wird. 

„Jetzt können die konkreten Planungen für die documenta 15 beginnen“, sagte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle, der Vorsitzender des Aufsichtsrats ist. „Alles in allem nimmt das Schiff also nach einer kurzen Phase zwischen rauer See und Flaute, wie sie in der Seefahrt vorkommt, wieder an Fahrt auf“, so Geselle.

documenta in Kassel und Athen 

Die documenta 14 fand von April bis September 2017 statt - und zwar erstmals in der Geschichte der Kunstschau an zwei Standorten, neben Kassel in Athen. Ursprünglich sollte das Budget 34 Millionen Euro betragen. Als bekannt wurde, dass dieses nicht ausreicht, wurde die documenta auch außerhalb der Kunstwelt zum Gesprächsthema. Und in Kassel wurde teils hitzig über die Schuldigen für die Finanzlücke diskutiert. Die ehemalige documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff schied im Frühjahr vorzeitig aus ihrem Amt.

Seit Anfang November ist Sabine Schormann als Generaldirektorin der Weltkunstausstellung im Amt. Sie hatte zum Finanzdefizit im Interview mit unserer Zeitung erklärt: "Der Kern war sicher, dass eine documenta an zwei Orten in der Finanzierung nicht ausreichend Berücksichtigung fand." Trotzdem schaut die neue Chefin zuversichtlich in die Zukunft. Derzeit wird ein neuer künstlerischer Leiter gesucht. Bislang gibt es zehn Kandidaten aus der ganzen Welt.

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