Für jede Ausstellung ein Kabinett

Hommage an die documenta: Neue Galerie in Kassel widmet der Weltkunstausstellung das gesamte Obergeschoss

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Ausblick auf die d15: Diesen Raum hat Ruangrupa, die künstlerische Leitung der nächsten documenta im Jahr 2022, gestaltet.

Das ist genau der Ort, der Kassel seit Jahren gefehlt hat. Eine Ausstellung über die documenta - die findet sich jetzt in der Neuen Galerie.

Kassel –  Mit der neuen Ausstellung in der Neuen Galerie wird die documenta und ihre Geschichte zwischen den im Fünfjahresturnus stattfindenden Ausstellungen erleb- und erfahrbar macht.

Die Neue Galerie widmet der Rückschau auf die bislang 14 Ausgaben der Weltkunstschau von 1955 bis heute sowie den Kasseler documenta-Erwerbungen ab sofort das gesamte Obergeschoss. Heute Abend wird die Präsentation „about: documenta“ durch Hessens Kunstministerin Angela Dorn und Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle eröffnet.

Die Kunst ist das Herzstück der documenta-Ausstellung

Herzstück der Ausstellung, so MHK-Direktor Martin Eberle, bleibt die Kunst – und das an einem der traditionellen documenta-Schauplätze: Seit 1964 ist die Neue Galerie regelmäßig einer ihrer Standorte, seit 1982 gibt es einen Sonderetat für Ankäufe, die im Museum ausgestellt werden. Das Beuyssche „Rudel“, das monumentale Rupprecht-Geiger-Gemälde und die „Isola“ von Mario Merz sind nicht angetastet worden.

Neu aber ist schon der Auftakt: ein einstündiger Film mit Aufnahmen aus allen documenta-Ausstellungen, eine Collage aus Erinnerungen. „So geht es im Kopf eines kundigen documenta-Besuchers durcheinander“, sagt Kurator Harald Kimpel. Die Ausstellung knüpft bewusst an Emotionen an. „Wir wollen auch berühren“, betont Eberle. Das gelingt schon mit der umlaufenden Zeitleiste, die im Wechsel Kasseler und Weltereignisse abbildet.

Jede der bisher 14 documenta-Ausstellungen wird in einem Kabinett dargestellt

Pro documenta ein Kabinett, das die jeweils prägende Inszenierung der Ausstellung aufnimmt – das ist das Prinzip des Rundgangs. Ausgewählten Kunstwerken werden die Plakate, charakteristische Zitate, Fotografien der Kuratoren und wichtiger Ausstellungsräume sowie eigens digitalisierte Materialien aus dem documenta Archiv gegenüberstellt – Konzepte, Korrespondenzen und Presseartikel. Dazu kommen mehrere Stationen mit Filmen.

„Wir wollen auch visuell argumentieren“, sagt Dorothee Gerkens, Leiterin der Neuen Galerie. Es gehe aber nicht um Rekonstruktionen, sondern um Anlehnungen. Im Raum zur d2 im Jahr 1959 beispielsweise ergänzen sich eine Plastik von Berto Lardera vor einer weiß getünchten Mauer im Ausstellungsraum mit dem Foto des Skulpturenparks vor der Orangerie vortrefflich, auch das Spiegelkabinett von Christian Megert (d4) ist geglückt nachempfunden. Im Raum zur D11 und d12 geht Hito Steyerls Triptychon mit roten Bildschirmen hingegen unter.

Auch die anstehende d15 erhält bereits einen eigenen Raum

Auch zur d15 gibt es bereits einen Raum, die künstlerischen Leiter aus Indonesien haben ihn eingerichtet. Das Künstlerkollektiv Ruangrupa hat ein etwas betulich-behagliches Wohnzimmermobiliar ausgewählt, samt Spitzendeckchen und Buddhastatue. Auf einem Fernseher sollen künftig Aufnahmen von Workshops laufen. Auf einer Karte können Besucher ihnen wichtige Orte in Kassel mit Stickern kennzeichnen.

MHK-Direktor Eberle nennt die vom Hannoveraner Atelier „Homann Güner Blum – Visuelle Kommunikation“ mitgestaltete Ausstellung auch ein „Partizipationsvorhaben“. Im „documenta Lab“ können Besucher in Katalogen blättern (235 Publikationen zur documenta sind ausgestellt) sowie eigene Erlebnisse niederschreiben und so mit am Netz der documenta-Erinnerungen weben.

"about:documenta soll ein Gedächtnis der Weltkunstschau sein

Ein „Gedächtnis“ der Weltkunstschau soll „about: documenta“ darstellen. Die Präsentation muss, wie jedes Gedächtnis, lückenhaft sein und kann lediglich Ausschnitte zeigen. Aber sie kann heimische documenta-Fans nostalgisch stimmen und Kassel-Besuchern ihre Faszination vermitteln.

"about:documenta" - Ausstellung in der Neuen Galerie Kassel

Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
 © Pia Malmus
Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
 © Pia Malmus
Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
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Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
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Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
 © Pia Malmus
Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
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Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
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Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
 © Pia Malmus
Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
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 © Pia Malmus
Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
 © Pia Malmus
Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
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Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
 © Pia Malmus
Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
 © Pia Malmus
Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
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Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
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Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
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Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
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Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
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Gedächtnis der Weltkunstausstellung: "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel eröffnet.
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