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documenta verzeichnet geringes Besucherminus und wertet das als Erfolg

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Von: Matthias Lohr

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Nicht nur am Abschlusswochenende war es auf der documenta in Kassel voll: Besucherschlange vor dem Fridericianum auf dem Friedrichsplatz.
Nicht nur am Abschlusswochenende war es auf der documenta voll: Besucherschlange vor dem Fridericianum auf dem Friedrichsplatz. © Schwarz, Axel

Die documenta verzeichnete 17 Prozent weniger Besucher als vor fünf Jahren. Angesichts der Pandemie sei dies aber ein Erfolg. Auch die heimische Wirtschaft ist zufrieden.

Kassel – Mit 738 000 Besuchern kamen 17 Prozent weniger Menschen auf die documenta als vor fünf Jahren. Dennoch zog die Kasseler Kunstschau einen Tag nach dem Ende am Sonntag ein positives Fazit. So ist der Rückgang laut Interims-Geschäftsführer Alexander Farenholtz „angesichts der Planung und Durchführung in Pandemiezeiten und der damit einhergehenden Rückgänge im Bereich Fern- und Gruppenreisen als Erfolg zu werten“, wie die documenta am Montag mitteilte.

Wie angesichts der Erfahrungen in der Tourismus- und Veranstaltungsbranche zu erwarten gewesen sei, blieben die Zahlen bei den Gruppenbuchungen etwas hinter den ursprünglichen Prognosen zurück. Dafür verzeichnete die documenta bei den Dauerkarten ein leichtes Plus: Statt wie vor fünf Jahren 14.500 wurden während der documenta fifteen 15.150 Tickets verkauft, die für alle 100 Tage galten.

Auch die heimische Wirtschaft zieht nach dem Ende der Kunstschau ein positives Fazit. Laut Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände in Nordhessen seien mit der documenta die Umsätze unter anderem in Hotels, bei Einzelhändlern und Taxiunternehmen „in dieser schwierigen Zeit zumindest stabilisiert worden. Die Effekte, die Gäste aus aller Welt durch ihre Ausgaben lokal erzeugen, bedeuten für viele Wirtschaftsbereiche in der Region ein großes Plus.“

Das Handwerk habe ebenfalls profitiert, wie Jürgen Müller, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Kassel, feststellt: „Unseren Betrieben kommt auch zugute, dass sowohl die Kuratoren als auch viele Künstler längere Zeit in Kassel leben und so Teil der Stadtgesellschaft sind.“

Wegen der Antisemitismus-Debatte habe es die documenta fifteen nicht leicht gehabt, wie der zum Monatsende ausscheidende Farenholtz erklärt. Er wünscht sich, dass die Kunstschau rückblickend als das gesehen werde, was sie in der Wahrnehmung vieler Besucher gewesen sei: „nämlich ein künstlerisches Unterfangen, das wichtige Fragen unserer Zeit adressiert“.  (Matthias Lohr)

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