Bürgermeister zu Besuch in Deutschland

Athen gibt sich selbstbewusst als gleichberechtigte documenta-Stadt

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Foto auf der Berliner Messe ITB (von links): Der Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen, der Athener Bürgermeister Yiorgos Kaminis und Ralf Schustereder vom Airport Kassel.

Kassel/Berlin. Athen will als zweiter Standort bei der documenta 14 im Jahr 2017 als gleichberechtigter Partner von Kassel auftreten. Im Vorfeld hatte es darum Diskussionen geben.

Kassel / Berlin. Athen will als zweiter Standort bei der documenta 14 im Jahr 2017 als gleichberechtigter Partner von Kassel auftreten. Im Vorfeld hatte es darum Diskussionen geben. „Die documenta kommt nicht nach Athen, um dort einzufallen. Sie kommt, um dort an dem reichen kulturellen Leben in Athen teilzunehmen“, sagte der Bürgermeister der griechischen Metropole, Yiorgos Kaminis, am Donnerstag bei der Vorstellung des Konzepts in Berlin.

Der Gastgeber Kassel werde in Athen zum Gast, betonte Kaminis, der von einem „Austausch auf Augenhöhe“ sprach. Für Athen sei die Partnerschaft eine große Ehre. „Es ist die außerordentliche Gelegenheit zu zeigen, dass trotz der Krise Kultur und Kreativität in der Stadt lebendig bleiben.“ Die griechische Hauptstadt bezeichnete Kaminis gegenwärtig als Ort der Unsicherheit und der Krise.

Der polnische Kurator Adam Szymczyk hatte im vergangenen Jahr angekündigt, die documenta 2017 erstmals an zwei Schauplätzen zu inszenieren. Oberbürgermeister Bertram Hilgen sagte dazu gestern, er verstehe die Sorgen mancher Bürger, ihre Stadt könne an Bedeutung verlieren. Er erwarte aber eher eine Verdoppelung der Aufmerksamkeit.

Die Eröffnung der Kunstschau, die am 8. April 2017 in Athen und damit zwei Monate vor der Eröffnung in Kassel stattfinden wird, sieht Hilgen als Prolog. In Kassel rechne man dennoch am 10. Juni mit 2000 bis 3000 Journalisten.

Nach den vorgestellten Plänen wird die Ausstellung am 8. April 2017 zunächst in Athen und am 10. Juni in Kassel eröffnet. An beiden Orten soll sie wie üblich hundert Tage dauern, ein Monat überlappt sich.

documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff führte für den früheren Auftakt in Athen „rein praktische Gründe“ an. Das Team könne nicht gleichzeitig an beiden Orten zur Eröffnung sein. Zudem sei es im Juli und August in Athen so heiß, dass man dort keine Ausstellung machen könne.

Kulenkampff erwartet Impulse auch über die documenta hinaus. „Was Wirtschaft und Politik in dieser schwierigen Zeit nicht schaffen, könnte der Kunst gelingen: Brücken schlagen, Grenzen überwinden und Vorurteile abbauen.“

Nach dem Pressegespräch am Rande der Internationalen Tourismus-Börse Berlin wollen die beiden Bürgermeister am Freitag gemeinsam Kassel besuchen und wichtige documenta-Orte anschauen.

Lesen Sie auch: documenta-Portal im Regiowiki

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