Arnold-Bode-Preis für Künstler von Weltrang: Thomas Bayrle

Motoren laden zum Gebet: Blick in den Raum von Thomas Bayrle in der documenta-Halle. Foto:  Herzog

Kassel. Der Arnold-Bode-Preis geht in diesem Jahr an den documenta-Künstler Thomas Bayrle. Dies teilte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen am Dienstag mit. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre, sowie zusätzlich in documenta-Jahren vergeben.

Arnold Bode ist der Gründer der documenta, deren erste Ausgabe 1955 stattfand. Zu seinem 75. Geburtstag schenkten Künstler ihm Werke, die den Grundstock der Arnold-Bode-Stiftung bilden. Eine documenta-Teilnahme ist nicht Voraussetzung für den Preis, das künstlerische Schaffen soll aber documenta-Rang haben.

Bayrle (74) bespielt bei der aktuellen documenta 13 den größten Raum der documenta-Halle. Er zeigt acht laufende Flugzeug- und Automotoren in Verbindung mit einer Rosenkranzliturgie aus dem Lautsprecher sowie zwei großformatige Wandbilder, „Carmageddon“ und „Flugzeug“. Das meterhohe Flugzeug-Bild besteht aus vielen winzigen Flugzeug-Bildern. „Carmageddon“ ist zusammengesetzt aus Kartons, auf denen Autobahnfragmente ins Leere führen.

Künstlerischer Höhepunkt

Die Arbeiten stammen aus verschiedenen Phasen seines Schaffens. Sie sind „ein künstlerischer Höhepunkt seiner erfindungsreichen, immer wieder überraschenden und erhellenden Beschäftigung mit dem Strukturprinzip der permanenten Wiederholung des Gleichen als emblematischen Charakterzug unserer Massengesellschaft“, heißt es zu den auf der documenta 13 gezeigten Arbeiten im Begründungstext der Jury.

documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev, die im Kuratorium der Bode-Stiftung ist, sagt zur Entscheidung für Thomas Bayrle: „Diese documenta feiert seine über fünfzigjährige künstlerische Entwicklung hin zu einem Künstler von Weltrang, der heute noch so viele junge Künstler in Deutschland und in aller Welt beeinflusst und inspiriert durch seine Vision.“

Im vergangenen Jahr erhielt Goshka Macuga den Bode-Preis, von ihr ist derzeit auf der d13 in der oberen Ebene des Fridericianums ein Wandteppich mit einem Kabul-Motiv zu sehen. In Kabul hängt das Gegenstück mit einer Fotomontage aus Kassel.

Die Preisverleihung des diesjährigen Arnold-Bode-Preises findet zwei Tage vor dem Ende der d (13), am Freitag, 14. September, 21 Uhr, in der documenta-Halle statt. Laudatorin ist Carolyn Christov-Bakargiev.

Zur Person:

Thomas Bayrle wurde 1937 in Berlin geboren, lebt seit langem in Frankfurt am Main und hat dort bis 2002 an der Städelschule gelehrt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Von Bettina Fraschke

Das Kuratorium des Arnold-Bode-Preis

Dem Kuratorium der Arnold-Bode-Stiftung gehören als Vorsitzender Heiner Georgsdorf sowie als Mitglieder Carolyn Christov-Bakargiev, E. R. Nele, geborene Bode, Dr. Klaus Lukas und Alfred Nemeczek an. Ehrenvorsitzender des Gremiums ist Karl-Oskar Blase.

Frühere Preisträger

2011 Goshka Macuga

2009 Urs Lüthi

2007 Romuald Hazoumé

2006 Hans Schabus

2004 Maurizio Cattelan

2002 Maria Eichhorn

2001 Stan Douglas

Quelle: mydocumenta

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.