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documenta 15: Das dürfen Sie nicht verpassen

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Von: Leonie Krzistetzko, Bettina Fraschke, Mark-Christian von Busse

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In der Rotunde im Fridericianum: In Tongranulat hat sich Ari Jakob Syed (9) aus München – zu Besuch bei den Großeltern in Kassel – eingegraben.
In der Rotunde im Fridericianum: In Tongranulat hat sich Ari Jakob Syed (9) aus München – zu Besuch bei den Großeltern in Kassel – eingegraben. © Anne-Kathrin Auel

Schon in zwei Wochen geht die documenta zu Ende. Wir haben eine Auswahl ganz persönlicher Highlights zusammengestellt: Das müssen Sie auf der documenta fifteen unbedingt gesehen haben.

Auch Kinder haben Spaß: Die documenta fifteen ist für alle Altersgruppen offen

Eine oft gestellte Frage: Kann man die documenta mit Kindern besuchen? Ja, das kann man – auch wenn natürlich längst nicht alles auf der d15 kindgerecht ist und vieles ihnen unzugänglich bleiben wird. Aber dass die Künstlerischen Leiter von Ruangrupa ausgerechnet das kunstgeschichtlich so sehr mit Bedeutung aufgeladene Herzstück der Ausstellung, das Erdgeschoss des Fridericianums, in eine Zone der Kreativität für die Jüngsten verwandelt haben, ist eine bewunderswerte, mutige Entscheidung.

In der Rotunde etwa gibt es neben so originellen wie bequemen Sitzgelegenheiten ein Becken mit Tongranulat, das Kinder begeistert – genauso wie die Skateboard-Rampe in der documenta-Halle.

Boloho: Sitcoms als Kunst

Treppe rauf im Hübner-Areal. Oben hat das chinesische Kollektiv Boloho eine Kantine eingerichtet. Die Kasseler Partner von Yezi’s Restaurant bieten dort asiatisches Essen an. Und nebenbei kann man auf Bildschirmen fernsehen. Die Künstler aus Guangzhou haben witzige Filme gedreht – mal als Animation, mal im Stil von Sitcoms und mal mit Filzstiften illustriert.

Es lohnt, sich die Storys einen Teller lang anzuschauen, es geht darin unter anderem um die Pläne zur Gründung eines Restaurants. Popkultur-Traditionen aufgreifend, geht es bunt und ein bisschen trashig zu – statisches Agieren vor der Kamera, völlig übertriebenes Ausdrücken von Emotionen, schrille Kostüme.

Paravents, die den Raum gliedern, sind mit Malereien geschmückt, auch sie lohnen die Betrachtung. Boloho hat in einem traditionellen Quartier in der 15-Millionen-Stadt Guanghzou ein Nachbarschaftstreff eingerichtet, das Generationen verbindet.

So schön verstrahlt: Wander-Installation „Genki-Ro“ von Takashi Kuribayashi kann genutzt werden

Kunst zum Mitmachen liefert der japanische Künstler Takashi Kuribayashi mit seiner portablen Kräutersauna im Nachbau eines Fukushima-Reaktors.

Steht vor seiner Installation „Genki-Ro“: Der japanische Künstler Takashi Kuribayashi präsentiert eine Kräutersauna in einem Nachbau eines Fukushima-Reaktors. Studiert hat er unter anderem in Kassel.
Steht vor seiner Installation „Genki-Ro“: Der japanische Künstler Takashi Kuribayashi präsentiert eine Kräutersauna in einem Nachbau eines Fukushima-Reaktors. Studiert hat er unter anderem in Kassel. © Leonie Krzistetzko.

Mit seiner Installation „Genki-Ro“ will der in Nagasaki geborene Künstler verändern, wie wir über Kernkraftwerke denken. Während die Anspielung auf einen Kernkraftreaktor offen sichtbar ist, spielt er viel subtiler mit dem japanischen Sprichwort „außerhalb des Moskitonetzes sein“, was sinnbildlich bedeutet, dass jemand ausgeschlossen oder links liegen gelassen wird.

Statt jemanden auszuschließen, wickelt Kuribayashi, der auch an der Kunsthochschule Kassel studiert hat, seine Sauna in Moskitonetze ein und holt seine Betrachter aktiv ins Innere.

Denn die Kräutersauna ist nicht nur Kunst zum Anschauen, sie kann auch wirklich genutzt werden. So beispielsweise dieses Wochenende auf dem Areal vom Sandershaus im Rahmen des dritten und finalen Meydan-Festivals.

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