160 Künstler stellen in griechischer Hauptstadt aus

Szymczyk läutet documenta 14 in Athen mit starker Geste ein

Bühne für Künstler und Kuratoren: Die Kuratoren Hendrik Folkerts (von links), documenta-Leiter Adam Szymczyk, Hila Peleg und Paul P. Preciado bei der Auftaktpressekonferenz in Athen.

Athen. Der künstlerische Leiter hat während der Auftaktpressekonferenz der documenta 14 in Athen sämtliche Künstler und zahlreiche Mitarbeiter auf der Bühne der Konzerthalle Megaron versammelt.

Eine starke Geste von Adam Szymczyk. Hunderte Journalisten sind zu den Vorbesichtigungstagen gereist und verfolgten Donnerstag, wie der documenta-Leiter eine ganze Reihe seiner Teammitglieder zu Wort kommen ließ. Die Kuratoren stellten einzelne Aspekte der Ausstellung vor, die am Samstag eröffnet wird - darunter das eigens eingerichtete Radio- und Fernsehprogramm.

160 Künstler werden in Athen bis zum 16. Juli an über 40 Schauplätzen ausstellen. Zum ersten Mal hat eine documenta einen gleichberechtigten zweiten Standort. Am 10. Juni wird die 14. Ausgabe für 100 Tage in Kassel öffnen.

Adam Szymczyk bekräftigte in seinem Statement, dass die documenta in Athen eine Position des Lernens einnehme und niemandem etwas vorschreiben wolle. Sie wolle sich „ins Unbekannte begeben“, befinde sich in einem „Stadium des Nichtwissens“, Gleichzeitig gelte es, angesichts einer offiziellen neoliberalen Politik gemeinsam Energie zu mobilisieren, zu politischen Subjekten zu werden, Verantwortung zu übernehmen. Die Beziehungen zum Süden müssten menschlich und politisch neu entworfen werden.

Kurator Paul P. Preciado beschrieb das Anliegen der documenta als „Ort des kulturellen Aktionismus“ deutlicher: Die Demokratie sei in der Krise, Nationalismus greife um sich, die Zerstörung Europas zeichne sich ab. Deshalb gebe es die Verpflichtung zu verhindern, dass „die weiße, maskuline, koloniale Vorherrschaft wieder eingeführt wird“.

Auch Kasseler Gäste halten sich zurzeit in Athen auf. Der Athener Bürgermeister Yiorgos Kaminis lud für gestern Abend gemeinsam mit seinem Kasseler Kollegen Bertram Hilgen zum Cocktailempfang ein.

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