Website soll den Entstehungsprozess der documenta 13 in Echtzeit deutlich machen

Präsenz im Netz: Die documenta 13 erinnert auf der Webseite an documenta-Gründer Arnold Bode.

Kassel. Eine Kunstausstellung geht ins Internet: Die Kasseler documenta will mit einer neu gestalteten Webseite neugierig auf die kommende Ausstellung machen, die am 9. Juni 2012 eröffnet wird.

Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev versteht das Ausstellungmachen als Zusammenfügung verschiedener „Materialien, Methoden und Wissensformen“. Und nicht als geradlinigen Prozess. Diese Vielschichtigkeit kann gerade im Internet gut sichtbar gemacht werden, wo das Surfen mit der Computermaus ein assoziatives, auch nicht-logisches Vorgehen befördert.

Hier kann man auf überraschende Fundstücke stoßen und quasi in Echtzeit den Entstehungsprozess der wichtigsten Schau für zeitgenössische Kunst verfolgen. Die documenta im Internet: Wer auf die Titelseite mit der Adresse

www.documenta13new.documenta.de

geht, wird auf der schlichten Seite mit weißem Hintergrund als erstes mit „Tatsachen und Gerüchten“ empfangen. Historische Sachinformationen wechseln sich in 13 Punkten mit Hinweisen ab, die neugierig auf die d13 machen. Da geht es um die lateinische Herkunft des Wortes documenta, da wird aber auch erwähnt, dass die documenta 13  sich ins afghanische Kabul bewegen wird - auf den Spuren des documenta-Künstlers Alighiero Boetti (d5 und d7). Ein Plan oder ein Gerücht?

Das Mailänder Gestaltungsbüro leftloft hat die Seite gebaut, wer sich durchklickt, gelangt auch heute schon zu handfesten Servicehinweisen. Leftloft hatte auch das Logo dOCUMENTA (13) entworfen. Künstler- und Standort-Infos in Schrift, Bild und Video sollen ergänzt werden, die Web-Optik aus zwei nebeneinander liegenden Seiten erinnert an eine aufgeschlagene Tageszeitung.

Es ist geplant, so Pressesprecherin Kathrin Luz, dass auch die künstlerischen d13-Teammitglieder, Agenten und Berater genannt, ihre Planungsschritte der nächsten 16 Monate auf der Seite abbilden.

In welchem Kosmos sich die Ausstellung entwickelt, zeigt im Moment am besten der Web-Bereich „Links“, der Dokumente zu gentechnisch verändertem Saatgut, dem politischen Chicagoer Performance-Künstler Theaster Gates und Auguste Perret, einem belgischen Stadtplaner der 50er-Jahre vereint. Zu guter Letzt sollen auch die Nutzer mit ins documenta-Nachdenken einsteigen. Letzte Frage der Website ist „Könnte die dOCUMENTA (13) auch als Raumschiff oder als Höhle funktionieren?“

auch erreichbar über www.documenta.de

Von Bettina Fraschke

Quelle: mydocumenta

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.