Riesiges Kunstwerk "The Parthenon of Books"

Bauarbeiten für documenta 14 auf Friedrichsplatz starten Donnerstag

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So ähnlich könnte das "Parthenon der Bücher" aussehen: Marta Minujins Installation "Assembly of peace" mit 25.000 Büchern 2013 in Buenos Aires.

Kassel. Kunst statt Fläche zum Verweilen: Große Teile des Friedrichsplatzes werden ab Donnerstag nicht mehr zu betreten sein. Dort entsteht das Kunstwerk "The Parthenon of Books" für die documenta 14.

Die ersten Bauzäune für das documenta-Kunstwerk von Marta Minujin werden aufgestellt. Das teilt documenta-Sprecherin Maxie Fischer mit. Der Nachbau des Parthenon-Tempels auf dem Kasseler Friedrichsplatz gehört wohl zu den Projekten, mit denen bereits vor Eröffnung der documenta 14 großes Aufsehen erregt worden ist.

Nachdem die argentinische Künstlerin Marta Minujin zusammen mit Kurator Pierre Bal-Blanc im Oktober 2016 den Baubereich für den sogenannten „The Parthenon of Books“ abgegangen ist, wird dieser nun auf einer Grundfläche von 30,86 mal 69,51 Metern errichtet. Das sind die selben Maße wie beim Parthenon-Tempel auf der Akropolis in Athen.

Marta Minujin

Ab Montag, 3. April, soll dann die Konstruktion des Stahlgerüsts und der Säulen aufgebaut werden. Dafür wird dann Stahl auf den Friedrichsplatz geschafft, so Fischer. In der nächsten und übernächsten Woche sei deshalb mit mehreren Schwertransporten in die Innenstadt zu rechnen.

Wenn das Gerüst aus Stahl steht, dann werden auch die ersten Bücher daran aufgehängt. Bis zum Beginn der documenta 2017 sollen 55.000 Bücher aus aller Welt gesammelt werden, die entweder früher verboten waren und heute wieder gedruckt werden oder immer noch verboten sind. Die Aktion soll ein Zeichen gegen Zensur und die Verfolgung von Autoren setzen. Bislang sind 35.000 Bücher für das Kunstwerk gesammelt worden. In einem Interview sagte documenta-Sprecherin Henriette Gallus, dass besonders private Spender viel zum Kunstwerk beigetragen haben.

Darüber hinaus entsteht auf der anderen Seite des Friedrichsplatzes neben der documenta-Halle eine Installation des Arnold-Bode-Preisträgers Hiwa K. Dafür wird ab Donnerstag, 6. April, die Baustelle eingerichtet, so Fischer.

Parthenon der Bücher - die Interpretation

Mit ihrem „Parthenon der Bücher“, dem Nachbau des Tempels auf der Akropolis in der griechischen Hauptstadt, setzt die argentinische Künstlerin Marta Minujín ein Zeichen für die Meinungsfreiheit, gegen Zensur und die Verfolgung von Schriftstellern in aller Welt – verkleidet wird die Stahlkonstruktion mit Büchern sowohl von einst wie von noch heute verbotener Autoren.

Zweitens will Minujín einen Dialog zwischen den documenta-Städten Kassel und Athen schaffen – in Griechenland wird sie ebenfalls einen documenta-Beitrag präsentieren. Der etwa 31 mal 70 Meter große Parthenon, der seit fast 2500 Jahren als Tempel für die Stadtgöttin Pallas Athene die Akropolis beherrscht, gilt ihr „als ästhetische und politische Urform der Demokratie“, wie es Pierre Bal-Blanc aus dem Kuratorenteam des künstlerischen Leiters der d14, Adam Szymczyk, sagt. Bal-Blanc hat Minujín auch bei der symbolischen Grundsteinlegung Ende Oktober 2016 begleitet.

In einem Kommentar wird der Bau des "Parthenons der Bücher" als starkes Signal bezeichnet.

Parthenon of Books: Studenten helfen

Germanisten der Universität Kassel haben eine Liste verbotener Bücher erarbeitet, die auf www.documenta14.de und auf nikola-rossbach.de einsehbar ist. Sie umfasst 70.000 Titel. Studierende unterstützen auch das Sortieren und Einschweißen der Bücher. Bücher, die verboten waren oder es in einigen Ländern noch sind, können abgegeben oder per Post geschickt werden an die d14.

  • Stichwort: The Parthenon of Books, Friedrichsplatz 18, 34117 Kassel. 
  • Infos: Tel. 0561/70727727, books@documenta.de 
  • Unterstützer werden gebeten, ein Formular auf documenta14.de auszufüllen und beizulegen. 
  • Spendenboxen stehen vor dem Fridericianum und im Rathaus. Buchhandlungen und Antiquariate fördern das Projekt.

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