Aufsichtsrat der Weltkunstschau kommt zu Wort

Debatte um Finanzierung der künftigen documenta entbrannt

+
Andrang: documenta-Besucher im September 2012 wenige Tage vor Schließung der documenta 13 in der Kasseler documenta-Halle inmitten der Bilder von Yan Lei. Über die Finanzierung der künftigen documenta-Ausstellungen ist eine Diskussion entbrannt.

Kassel. Ist die documenta angemessen finanziert und braucht sie künftig mehr öffentliches Fördergeld?

Kurz vor dem Start der Weltkunstschau am Standort Athen hat documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff zu diesen Fragen eine öffentliche Debatte angestoßen.

Während das Hessische Kunstministerium darauf mit Erstaunen reagierte, fragen sich am documenta-Stammsitz Kassel viele, ob Kulenkampffs Vorstoß irgendwie in Verbindung steht mit dem Kostenaufwand für den zweiten Ausstellungsstandort Athen. Da die documenta-Pressestelle selbst bislang die Position vertritt, eine getrennte Darstellung des Kostenaufwands für Kassel und Athen sei nicht möglich, hat die HNA nun einen Fragenkatalog an Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der documenta GmbH geschickt.

Es geht bei den Fragen unter anderem darum, welche Kenntnis der Aufsichtsrat über die finanzielle Situation der documenta hat und wie das Kontrollgremium die Aktivitäten in Athen und den Kostenaufwand dafür wahrnimmt.

Auf die Fragen solle es auch Antworten geben, jedoch erst im Lauf des Mittwochs, kündigte Rathaus-Pressesprecherin Petra Bohnenkamp an. Sie verwies darauf, dass der Aufsichtsrat der documenta sich aus Vertretern des Landes Hessen, der Stadt Kassel sowie der Kulturstiftung des Bundes zusammensetze.

„Wegen der notwendigen Abstimmung zwischen allen Beteiligten“, so die Sprecherin, werde etwas mehr Zeit benötigt, um auf den Fragenkatalog „umfassend reagieren“ zu können. Mit der Bitte um Verständnis werde dies für den heutigen Mittwoch in Aussicht gestellt.

Die Rathaus-Sprecherin deutete zugleich an, dass der Aufsichtsrat nicht zu allen Punkten des Fragenkatalogs Stellung nehmen werde – nämlich nicht zu Aspekten rund „um das operative Geschäft zur Durchführung der Kunstausstellung in Kassel und Athen, was von der documenta und Museum Fridericianum gGmbH zu beantworten ist“.

Fragen an die documenta GmbH

Angefragt hat die HNA unter anderem, 

• von welchem documenta-Gesamtbudget der Aufsichtsrat ausgeht und von welchen Kosten speziell für den Standort Athen, 

• welche Förderer wie viel Geld ausschließlich für die Aktivitäten in Athen geben, und 

• was der Aufsichtsrat davon hält, dass die Besucher in Kassel Eintritt zahlen müssen, in Athen aber meist nicht, und wenn doch, dass die Athener Museen und Organisationen diese Summen dann in voller Höhe selbst behalten dürfen.

Alles weitere zur documenta gibt es in unserem Spezial zur documenta 14 und bei Kassel Live

 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.