d13: Christian Philipp Müller zeigt Kunst auf dem Küchengraben

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Schwimmendes Gemüse: Christian Philipp Müller (rechts), Rektor der Kunsthochschule, kümmerte sich gestern um die 60 unterschiedlichen Mangoldarten.

Kassel. Diese Fähre könnte ein Leckerbissen der documenta 13 werden. 60 unterschiedliche Sorten Mangold hat der Schweizer Künstler Christian Philipp Müller (54) mit seinen Mitarbeitern in Booten auf dem Küchengraben in der Aue angeordnet.

Pünktlich zum Start der Kunstschau soll der erste Teil geerntet und zu Gerichten verarbeitet werden.

Der Rektor der Kunsthochschule, der bereits 1997 documenta-Künstler war, ist jedoch viel mehr als ein Hobby-Gärtner. Im Untertitel nimmt seine „Swiss Chard Ferry“ (Schweizer Mangold-Fähre) Bezug auf das von der documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev ausgegebene Motto vom Zusammenbruch und Wiederaufbau („Collapse and Recovery“). Seinem Kunstwerk hat Müller den Satz mit auf den Weg gegeben: „Der Russe kommt nicht mehr über die Fulda.“ Sein Gemüse schwimmt in Booten, die als Ersatz für zerbombte Brücken dienen können.

Über die „Swiss Chard Ferry“ wird man während der documenta von einem Ufer vor der Kunsthochschule zum anderen gehen können - direkt an frischem Mangold vorbei. Auch im Ottoneum wird es eine Station dazu geben.

Fotografieren lassen wollte sich Müller gestern eigentlich nicht. Vor der documenta X, bei der er mit einer Aktion an die früheren Arbeiten von Joseph Beuys („7000 Eichen“) und Walter de Maria („Vertikaler Erdkilometer”) erinnerte, hatte er mit Journalisten über sein Werk gesprochen, und dann fand er sich zum Ärger der documenta-Leitung noch vor dem Start der Kunstschau auf zwei Seiten im Magazin „Stern“ wieder.

Schon beim gestrigen Aufbau schauten viele Spaziergänger zu und staunten über das schwimmende Gemüse. Mangold-Fan Müller interessiert vor allem die Frage, wie die 60 unterschiedlichen Sorten schmecken werden. Uns jetzt auch schon.

Von Matthias Lohr

Quelle: mydocumenta

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