Gefälschte Einladung

Denken bei Wasser und Brot

Kassel. Der britische Star der Kunstwelt, Damien Hirst, Provokateur Jonathan Meese, der einflussreiche Kurator Hans Ulrich Obrist, FAZ-Kritiker Niklas Maak und Carolyn Christov-Bakargiev am Samstag auf einem Podium in der Kunsthochschule Kassel? Klingt zu schön, um wahr zu sein.

Ist es auch nicht. Mit einer E-Mail im Stil der documenta-Pressestelle versuchen unbekannte Absender, Medien und documenta zu veralbern. Bei genauem Blick irritierte aber der AOL-Account statt der üblichen d13-Mailadresse. Außerdem fiel uns die Zeile am Fuß „cuckoo - die welt ist wille zur vorstellung“ dann doch als merkwürdig auf.

„NEU: wichtige Veranstaltungshinweise für die letzten zwei Tage“ lautete die Betreffzeile. Angekündigt war auf Englisch auch ein 14-stündiges „Curator Laboratory“ (Labor für Kuratoren) am Sonntag von 10 bis 24 Uhr. Demnach sollten „14 heilige Helfer“ 14 Stunden in einem versteckt liegenden, geschlossenen Raum eingesperrt werden, mit einem Laib Brot, Butter, Salz, Wasser, Schreibzeug, Papier und einer Karte der Stadt Kassel. Motto: „Niemand weiß, was passiert, wenn etwas passiert.“ Alles übertragen per Audio- und Video-Stream. Auch das veralberte den Kunstszene-Slang gut, zumal sich die Urheber reichlich Mühe gemacht haben. Die 14 Kuratoren, ob Nancy Spector, Hongjohn Lin, Scott Rothkopf, David van der Leer oder Leo Xu, gibt es wirklich.

Vor fünf Jahren sind wir noch reingefallen. Damals kündigten wir eine Debatte mit Franz Müntefering, Heiner Geißler und Frank Plasberg an. Damals das angebliche Thema: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“ (vbs)

Quelle: mydocumenta

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