documenta-13-Bauten in der Karlsaue sind zum großen Teil abgebaut

Auch dieser Ausstellungsraum von Manon de Boer („One, Two, Many“) wird demnächst einem anderen Zweck dienen.

Kassel. Die 24 Bauten, in denen in der Karlsaue 100 Tage lang Kunst präsentiert wurde, waren ein Charakteristikum der documenta 13. Sie sind aus Holz und anderen recycelbaren Materialien gebaut.

Auf eine nachhaltige Wiederverwertung nach der Kunstschau legen deshalb auch die Ausstellungsförderer und Recycling-Experten Duales System Deutschland (DSD) und Green-Building-Group Wert.

Ein großer Teil der Häuschen ist inzwischen abgebaut. Ende des Monats werden die letzten aus der Aue verschwunden sein, sagt d 13-Sprecherin Henriette Gallus. Sie haben bis dahin neue Besitzer gefunden. Vier Häuser sind von der DSD und der Green-Building-Group für gemeinnützige Zwecke verschenkt worden. So war es im Vorfeld vereinbart worden.

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Während der Aktion „Freunde-Haus“ von Klassik-Radio war vor kurzem das „Sanatorium“ von Pedro Reyes an einen neuen Besitzer übergeben worden. Die Zuhörer durften unter mehreren Projekten abstimmen und haben sich für den Verein Jugend- und Familienzentrum Hainichen in Sachsen entschieden. Der Verein betreibt dort unter dem Motto: „Junge Menschen fördern - Familien stark machen“ einen Lern- und Begegnungsort.

Nach Auskunft von Gallus hat die Stadt Kassel das bunte Haus („Time-Bank“) von Julieta Aranda und Anton Vidokle geschenkt bekommen. Es soll künftig den Abenteuerspielplatz in Niedezwehren bestücken. Die Empfänger von zwei weiteren Häusern befinden sich außerhalb Kassels und werden von der documenta noch bekannt gegeben.

Neben den Aue-Häuschen hat die Green-Building-Group auch den transparenten Kubus des Critical Art Ensembles am Kulturbahnhof verschenkt. Er steht künftig auf dem Campus der Uni Leipzig, die Hochschule für Grafik und Buchkunst wird ihn für Medienprojekte nutzen.

Alle weiteren Häuser sind verkauft worden. Zu den Preisen macht Gallus keine Angaben. „Voraussetzung für den Zuschlag war, dass die Angebote die Abbaukosten durch eine Fachfirma decken. Die d13 verschenkt nichts.“ Es habe schon im Vorfeld viele Interessenten gegeben. Die Häuser dürfen nicht als Ausstellungsraum genutzt werden, sondern müssen der Infrastruktur dienen. „Mit der Marke d13 darf kein Unfug betrieben werden“, sagt Gallus.

Stefan Schreiter, DSD-Geschäftsführer, ist zufrieden: „Es war von Anfang an die Idee, die Häuser, die der Kunst neue Räume auf Zeit geboten haben, nach Ende der Ausstellung einer sinnvollen Verwendung an anderem Ort zuzuführen.“ Er freue sich, dass für die meisten Häuser eine „nachhaltige Weiterverwendung gewährleistet ist“.

Quelle: mydocumenta

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