Viele Niederländer zu Gast

Wegen documenta: Kassel erlebt Camping-Boom

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Zwei Hamburger Gruppen eines Gymnasiums waren vier Tage wegen der documenta in Kassel: (von links) Annika Hobiger, Zoe Ransd und Jennifer Goede packten gestern Vormittag ihr Zelt wieder ein.

Kassel. Zur documenta 14 treibt es Besucher aus aller Welt nach Kassel. Da die Hotels seit Monaten ausgebucht sind, herrscht auf dem Campingplatz an der Fulda Hochkonjunktur.

Ihnen hat die documenta gut gefallen und auch der Kasseler Campingplatz. Dort haben die beiden 16-jährigen Zoe Ransd und Jennifer Goede die vergangenen vier Tage beziehungsweise Nächte verbracht. Die beiden sind Schülerinnen eines Hamburger Gymnasiums, das mit zwei Gruppen (künftige Kunst-Leistungskurse) Kassel besucht hat, um die Kunstausstellung anzusehen. Jennifer Goede war weniger von den Gemälden der d14, dafür aber von den ausgestellten Skulpturen angetan.

Rund die Hälfte der Gäste des Kasseler Campingplatzes an der Fulda, der am 1. Juni auf einer Fläche von 11 723 Quadratmeter unter Regie von Kassel Marketing neu eröffnet wurde, komme derzeit wegen der documenta, sagt Hubert Henselmann. Kassel Marketing legt Zahlen für den ersten Monat vor: Im Juni gab es 2400 Ankünfte und 4590 Übernachtungen. Ein Gast bleibe für durchschnittlich 2,5 Nächte auf dem Platz. 80 Prozent der Camper kommen aus Deutschland, der Rest aus dem Ausland. Die größte Gruppe stellen die Niederländer mit 13 Prozent.

Dazu gehört Nell Bauman, die seit vergangener Woche Freitag mit ihrem Lebensgefährten an der Fulda campt. Die Frau aus Westervoort war zum letzten Mal vor fünf Jahren in Kassel, anlässlich der documenta 13. Jetzt hat sie sich an zwei Tagen Kunst in Kassel angeschaut, die Zeit aber auch zum Relaxen genutzt. „Wir sind auch in der Fulda geschwommen“, sagt Nell Bauman.

Direkt an der Fulda haben auch die Philosophiestudenten Jasper Hondelink und Lorenzo Girardi aus Nimwegen (Niederlande) ihr Zelt aufgebaut. Sie wollen mit vier weiteren Freunden die documenta besuchen. Eine Woche haben sie sich dafür Zeit genommen und hoffen, dass das Wetter wieder besser wird.

Kunstbegeisterte Philosophiestudenten aus den Niederlanden: Vom Campingplatz aus wollen Jasper Hondelink (links) und Lorenzo Girardi die documenta erkunden.

Das Wetter beeinflussen kann Gunnar Fehling auch nicht. Der Platzmanager, der sich um die Rezeption kümmert, Reinigung und Gartenpflege organisiert, kann allerdings viele Fragen der Camper beantworten.

Wo geht es zur documenta? Wo kann man gut essen oder trinken? sind Fragen, die der Platzmanager oft und gern beantwortet. Fehling arbeitet für die Baunataler Diakonie, die im Auftrag von Kassel Marketing den Platz organisiert. 

Der Platzmanager: Gunnar Fehling ist Ansprechpartner für die Camper an der Fulda.

Fehling hat aber auch viel Kontakt mit Einheimischen. Viele Kasseler kämen vorbei und freuten sich, dass es wieder einen Campingplatz gebe. Schließlich hätten sie ein Recht darauf, zu sehen, was mit ihrem Steuergeld passiert ist, sagt Fehling.

Der erste Bauabschnitt des Platzes hat 750 000 Euro gekostet. Insgesamt will die Stadt Kassel 1,5 Millionen Euro in den Platz investieren. Dafür benötigt sie aber noch das Grundstück nebenan, das derzeit noch dem früheren Betreiber des Campingplatzes gehört.

Derzeit sei noch unklar, wann man das fehlende Nachbargrundstück instand setzen könne, sagt Henselmann. Wenn das geschehen ist und auch der Wohnmobilplatz wieder voll funktionsfähig ist, dann wolle man den Campingplatz verpachten.

Es gibt bereits einige Interessenten für die Anlage an der Fulda.

Kontakt: Campingplatz Kassel an der Giesenallee 9, Kassel Marketing, Tel.: 05 61/7077-07, info@campingplatz-kassel.de

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