Zur Eröffnung war neben Frank-Walter Steinmeier auch Vibeke Larsen in Kassel

Auftakt der documenta: Ein Rundgang mit der Präsidentin des samischen Parlaments

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Interview für Sami-TV: Máret Steinfjell (links) filmt die Präsidentin des samischen Parlaments, Vibeke Larsen. 

Kassel. Bundespräsident Frank-Walter Seinmeier hat zusammen mit seinem griechischen Kollegen die documenta eröffnet. Mit dabei war auch die Präsidentin des samischen Parlaments.

Die beiden Präsidenten erkannte man auf den ersten Blick. Frank-Walter Steinmeier und sein griechischer Kollege Prokopis Pavlopoulus wurden bei der Eröffnung der documenta immer wieder fotografiert. Eine Frau blieb häufig im Hintergrund. Dabei gehörte Vibeke Larsen, die Präsidentin des samischen Parlaments, auch zu den Ehrengästen. 

Die klein gewachsene Frau in der für ihre Volksgruppe typischen blauen Tracht repräsentierte nicht nur die Sami, sondern auch andere oft an den Rand gedrängte oder unterdrückte Minderheiten. Die Heimat der Sami befindet sich in Norwegen, Schweden und Finnland. Zum Interview wurde die Präsidentin ohne politische Macht von ihrem Heimatsender gebeten. Máret Steinfjell von Sami TV hat es auf samisch geführt und für uns übersetzt. 

Es gebe so viele indigene Künstler auf dieser documenta, darauf sei sie stolz, hat Larsen gesagt. Besonders natürlich auf Marét Anne Sara, die in den ehemaligen Räumen der Hauptpost an der Unteren Königsstraße ausstellt. Dort ist eine Art Vorhang aus 300 Rentierschädeln mit Einschusslöchern zu sehen. Das sei eine Kritik an der norwegischen Praxis, die Tiere in großen Herden zu halten. Der Tradition der Sami entspricht das nicht. Solche Beiträge zur Kunst auf einer so bedeutenden Ausstellung und auch die Einladung an sie seien wichtig für die Identität der Sami aber auch anderer Gruppen.

Freundlich verabschiedete sich die Präsidentin. Das Gespräch und ein Beitrag zur documenta in Kassel wird im samischen Fernsehen zu sehen sein. Erst am Montagabend, denn vorher bringe man keine Nachrichten. „Am Wochenende machen wir das nie“, sagt Máret Steinfjell. Am Wochenende hätten ihre Landsleute anderes zu tun, als Nachrichten im Fernsehen zu gucken.

Rückenschule für den Präsidenten: Verena Hutter vor einer der Röhren von Hiwa K.

Bei dem Rundgang unterhielt sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auch mit dem Künstler Hiwa K, der die Röhren auf dem Friedrichsplatz installiert hat. Beim Blick in die von Kasseler Studierenden teilweise sehr wohnlich gestalteten Röhren machte Steinmeier auf ganz praktische Aspekte jenseits der Kunst aufmerksam. „Das ist bestimmt gut für den Rücken“, sagte er an der von Verena Hutter (24) mitgestalteten Röhre. Sie studiert Fotodesign und setzte sich für unser Foto an den Rand der Badezimmerröhre.

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