Auf Kaufhof-Parkdeck entsteht die Lounge-Bar "Floor 14"

Diese gastronomischen Treffpunkte gibt es zur documenta

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Spektakuläre Aussicht über den Friedrichsplatz mit dem „Parthenon of Books“: Mitbetreiber Karl Börries (links) und Geschäftsführer Stephan Engel von der Galeria Kaufhof auf der Baustelle der Dachgarten-Bar.  

Kassel. Rund um die Hauptschauplätze der documenta 14 entstehen in diesen Tagen besondere gastronomische Treffpunkte für den Kunstsommer in Kassel. Wir geben einen Überblick.

Aktualisiert um 10.29 Uhr - Auf dem oberen Parkdeck der Galeria Kaufhof schreiten die Arbeiten am documenta-Biergarten „Floor 14“ voran. Von dort hat man einen spektakulären Rundblick über den Friedrichsplatz und die Kunstwerke dort. Es dürfte der documenta-Treff mit der wohl spektakulärsten Aussicht werden, der auf dem Parkdeck der Galeria Kaufhof entsteht: Von der Lounge-Bar „Floor 14“, die die Kasseler Gastronomen Karl Börries und Georg Brechtken betreiben, wird man zur Kunst-Pause einen grandiosen Rundblick über den Friedrichsplatz haben. Drinks auf dem Dachgarten mit Parthenon-Blick – diese typisch Athener Attraktion gibt es demnächst auch in Kassel.

Am Rand der Parkplatzfläche auf dem Kaufhof-Dach wurde ein L-förmiger, 300 Quadratmeter großer Holzboden samt hölzernem Bewirtungspavillon gezimmert. „Den mussten wir hier oben bauen, denn einen Container kriegen wir über die Parkhausspindel nicht rauf“, sagte Mitbetreiber Karl Börries.

Hinweis zur den Treffpunkten: Wir stellen in diesem Text die ersten gastronomischen Locations zur documenta vor, der Artikel wird ständig erweitert. In der Karte finden sich schon jetzt zahlreiche Orte:

Nach Börries Worten wird die Lounge mit Liegestühlen, Strandkörben, Stehtischen und einem Sonnensegel ausgestattet und zum Parkplatz hin mit Pflanzkübeln abgegrenzt. Das gastronomische Angebot werde sich auf kalte und warme Getränke, Eis sowie kleine fertige Imbisse beschränken, sagt Börries: „Die Menschen werden vor allem hier hinauf kommen, um die tolle Aussicht zu erleben. Ergänzend dazu wollen wir lediglich die gastronomischen Grundbedürfnisse befriedigen.“ Die Snacks, etwa verpackte Salate, würden vom Kaufhof-Restaurant Galeria Gourmet zugeliefert.

Kaufhof-Geschäftsführer Stephan Engel war sofort von der Lounge-Idee angetan, die Börries und sein Partner Georg Brechtken ihm vorstellten: „Wer kann zur documenta schon so eine Aussicht bieten?“ Ohnehin werden die Menschen in den kommenden Monaten zahlreich aufs Kaufhof-Parkdeck pilgern, von wo aus man einzigartige Fotos machen kann, sagten Engel und Börries. Sie betonten, die documenta-GmbH stehe den Bewirtungsplänen auf dem Kaufhausdach mit Wohlwollen gegenüber.

Damit documenta-Besucher einen kurzen Weg zur Lounge auf dem Dach haben, werde der Treppenhaus-Zugang vom Opernplatz her rechts neben dem Kaufhof-Haupteingang geöffnet und ausgeschildert, sagte Stephan Engel: „Aber auch im Haus wird es natürlich Hinweise geben.“

Seine Premiere hat das „Floor 14“ bereits am Abend vor der documenta-Eröffnung – zur langen Einkaufsnacht in der Innenstadt am Freitag, 9. Juni.

Bewirtung an der documenta-Halle hat Tradition

In der documenta-Halle ist eine traditionelle Gastronomie-Oase der Weltkunstschau bereits seit gut vier Wochen in Betrieb – vorerst allerdings nur für Mitarbeiter, Künstler und Aufbauhelfer der documenta. „Im Moment sind wir noch Kantine, ab der documenta-Eröffnung am 10. Juni sind wir dann für alle zugänglich“, sagt Gastronomin Iris Heussner, die den Standort zwischen Staatstheater und Orangerie mit ihrer Firma „Esskultur“ bereits im vierten documenta-Sommer betreibt.

Holz-Plattform für Hungrige: Iris Heussner bewirtschaftet die Gastronomie in und an der documenta-Halle.

Der Fußweg seitlich an der documenta-Halle entlang ist momentan noch abgesperrt. Dort, beim unteren Hallenausgang der derzeitigen Kunstkantine, wird am Hang im Freien eine hölzerne Plattform gebaut, auf der sich später das documenta-Publikum zu einer Pause bei Speisen und Getränken niederlassen kann. Etwa 100 Gäste finden dort Platz.

Wenn das „documenta-Café 14“ in den öffentlichen Betrieb geht, wird es dort Liegestühle und variable Sitzecken-Elemente geben, sagt Iris Heussner. Speisen und Getränke werden an mehreren Selbstbedienungsstationen ausgegeben, wie es sich bei vergangenen Ausstellungen bereits eingespielt hat.

„Es wird ein bis zwei warme Gerichte geben, Imbisse im Street-Food-Stil sowie Kuchen und andere Süßigkeiten zum Kaffee oder Tee“, sagt die Betreiberin, die den Standort mit insgesamt etwa 45 Gastronomie-Kräften organisiert.

Neben dem Plattform-Bau wird außen an der documenta-Halle zurzeit parallel der Sonnenschutz an den großen Glasfronten erneuert – den Kunstwerken zuliebe.

Alte Großküche wird Restaurant

In den weitläufigen, teils länger schon leerstehenden Hallen und Etagen im Hauptpostgebäude an der Unteren Königsstraße deuten Bautrupps und Gerätschaften darauf hin, dass dort ein schwerpunktmäßiger Schauplatz der documenta 14 entsteht. Neben der Kunst zieht auch ein Restaurant auf Zeit mit ganz besonderem Flair in die Liegenschaft ein.

Vierter Stock – der Kantinentrakt, in dem Kassels Postler früher zu Mittag aßen. Dass der riesige Speisesaal schon seit etlichen Jahren verwaist sein muss, wird in der angrenzenden Großküche deutlich, wo dicke Staubschichten Regale und Geräte bedecken. Ab nächster Woche wird dort allerdings aufgeräumt und umgestaltet: Die „Grischäfer“-Gastronomen Rainer und Frank Holzhauer bauen den Küchenbereich zum temporären documenta-Restaurant um.

Spannender Raum für Gastro-Ideen: Betreiber Rainer Holzhauer in der ehemaligen Kantinenküche, die zum documenta-Restaurant umgestaltet wird.

Gekocht werde freilich nicht mit den alten Geräten, stellte Rainer Holzhauer bei einem Ortstermin klar. Die Idee sei vielmehr, die alte Koch-Insel so zu verkleiden, dass Gäste um sie herum wie an einem Tresen sitzen können. Die große Dunstabzugs-Esse darüber solle mit lebenden Pflanzen begrünt werden.

Und was gibt’s zu essen? „Gerichte aus dem Wok, viele Salate, kleine Speisen, Kaffee und Kuchen, und das alles in Selbstbedienung“, zählte Holzhauer auf. Im Vergleich zum Glashaus in der Aue, das die Grischäfer-Brüder zur documenta 13 betrieben und damit einen der beliebtesten Orte des Kunstsommers geschaffen hatten, werde das Angebot diesmal etwas reduzierter ausfallen – „mehr auf Museumscafé-Niveau“, wie Rainer Holzhauer sagte. Der Grund sei, dass die tägliche Gastro-Betriebszeit im Postgebäude auf die Öffnungszeiten der documenta beschränkt seien und somit keine Bewirtung am Abend möglich sei.

Der Eingang zur Kantine ist von der Gebäuderückseite an der Gießbergstraße her. Auf der kleinen Grünfläche neben der Hauptpost zum Holländischen Platz hin soll während der documenta außerdem ein Biergarten entstehen, der aber entgegen ursprünglichen Planungen nicht von denselben Betreibern wie in der alten Kantine bewirtschaftet wird.

Dieser Freiluft-Ort wird nun unter dem Namen „Backyard“ von den Betreibern des NEUkafés am Weinberg bespielt, das sich als Treffpunkt für Studierende, Künstler und Bohemiens in der Südstadt etabliert hat.

Kö-Galerie-Wirte gehen nach draußen

Am Rand des Friedrichsplatzes zwischen Sinn Leffers und dem Café Alex werden diverse Gastronomen aus der Königs-Galerie für die Verpflegung der documenta-Besucher sorgen. Zusätzlich zu der Fläche, die das „La Vision“ dort derzeit bereits mit Freilufttischen bespielt, wird es auf der gesamten Breite entlang der Oberen Königsstraße eine Sitzmöblierung sowie fünf Pagodenzelte für die Speisen-Anbieter geben.

Diese sind: Sascha Kovacs (La Vision, Denkmahl), Take Hallali Burger, Ya Sushi, Vanille & Co. (Eis) sowie „Tolle Knolle“ mit Kumpir, das sind türkische Ofenkartoffeln.

Der Kunstsommer kann kommen: Kö-Bar-Betreiber Sule Jasaroski bedient jetzt auch Gäste auf dem Florentiner Platz. Seine Gastro-Kollegen aus der Königs-Galerie stellen dort und auf dem Friedrichsplatz zahlreiche Tische auf, um documenta-Gäste zu bewirten.

Auch auf der gegenüberliegenden Seite der Königs-Galerie organisieren Anbieter aus der Einkaufsgalerie die Bewirtschaftung auf dem Florentiner Platz. Zusätzlich zum italienischen Restaurant „Avanti“ betreibt Sule Jasaroski, der Inhaber von „Sule’s Kö-Bar“, dort neuerdings den kleinen Versorgungskiosk auf dem Platz mit einigen Außentischen.

Außerdem werde dort Eduard Jaisler, der frühere Betreiber und Küchenchef des Restaurants Park Schönfeld, zur documenta mit seinem Food Truck dauerhaft Position beziehen, war aus der Königs-Galerie zu erfahren.

Mehr zur Weltkunstschau gibt es auf unserer documenta-Themenseite.

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