Zweiter Standort neben Kassel

documenta 14 in Athen eröffnet - Hilgen: "Richtige Entscheidung"

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Straße in Athen mit documenta 14 Plakat

Athen. Die documenta in Athen ist am Samstagmorgen eröffnet worden. Kassels Oberbürgermeister Hilgen, ebenfalls in Griechenland, hofft, dass durch den zweiten Standort neben Kassel beide Städte profitieren.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat seine Rede zur Eröffnung der Kunstausstellung documenta in Athen zu einem Aufruf zur Einheit Europas genutzt. "Die Europäische Union ist das beste Europa, das wir je hatten", sagte Steinmeier am Samstagmorgen in der griechischen Hauptstadt. 

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Die documenta, die traditionell in Kassel stattfindet, hat diesmal für 100 Tage in Athen einen weiteren Standort und steht unter dem Motto "Von Athen lernen". Am 10. Juni wird sie in Kassel eröffnet.

Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen und sein Athener Amtskollege Yiorgos Kaminis äußerten sich hoffnungsvoll, dass die documenta erstmals an zwei gleichberechtigten Standorten zu einem Gewinn für beide Städte und ihre Bürger wird.

Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Athens Bürgermeister Yiorgos Kaminis zum Start der documenta 14 in Athen.

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Athen sei für Jahrtausende der Hauptstandort der europäischen Kultur gewesen und zugleich Vorreiter der modernen Politik und Gesellschaft, sagte Hilgen. Deshalb sei er "überzeugter denn je", dass die Entscheidung, mit einem zweiten Ausstellungsstandort in eine solch wichtige Stadt zu gehen, richtig und erfolgversprechend sei. „Kunst kann Brücken bauen und ermöglicht uns, einander besser kennenzulernen, einen Lernprozess zu begründen, der neue Grundlagen für ein Zusammenleben herstellt.“

„Die Eröffnung der international renommierten Ausstellung zeitgenössischer Kunst in einer anderen Stadt als dem traditionellen Standort Kassel markiert einen historischen Moment für Griechenlands Hauptstadt. Athen wird dadurch ein Brennpunkt des internationalen kulturellen Interesses und künstlerischer Kreativität.“

Steinmeier: Kein Europa ohne Griechenland

Mit Blick auf die Debatten über die griechische Schuldenkrise bekannte sich Steinmeier zu einem solidarischen Ansatz: "Ohne Griechenland kann und will ich mir unsere Gemeinschaft nicht vorstellen. Unsere Zukunft soll eine gemeinsame sein", hob er hervor. Der Bundespräsident warb dabei dafür, beide Blickwinkel zu beachten. Ein Deutscher, der versuche, die Lebensrealität eines Griechen zu verstehen, "wird erkennen, wie schwer die Zeit ist, durch die das Land geht". Umgekehrt werde ein Grieche, der die Perspektive seiner europäischen Nachbarn einnehme, sehen, "dass die Bemühungen zur Unterstützung Griechenlands eine in der Geschichte der EU beispiellose Solidaritätsleistung ist". 

Generell sei es in der EU wichtig, voneinander zu lernen und "das große Ganze" im Auge zu behalten. Steinmeier hält sich seit Freitag zu seinem Antrittsbesuch als Bundespräsident in Griechenland auf. Er traf dort unter anderem mit Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos und mit Ministerpräsident Alexis Tsipras zusammen. Auch dabei warb Steinmeier für gegenseitiges Vertrauen zwischen Deutschen und Griechen. Zudem würdigte er Athens Anstrengungen in der Flüchtlingskrise. 

Im Tauziehen um weitere Finanzhilfen für das hoch verschuldete Griechenland hatten sich die Regierung in Athen und ihre Gläubiger am Freitag nach zähem Ringen auf zusätzliche Reformen für die Jahre 2019 und 2020 verständigt. Die Einigung ist Voraussetzung für die Auszahlung weiterer Hilfsgelder. (afp/abg)

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