The Living Pyramid: documenta-Kunst in der Kasseler Nordstadt

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The Living Pyramid: Das Kunstwerk von Agnes Denes steht in der Nordstadt und soll demnächst noch bepflanzt werden. Dahinter steckt die Idee, dass das Werk die soziale Struktur widerspiegeln soll.

Kassel. „Soll das eine Treppe werden?“, fragt die 18-jährige Sema Isilak, die die Elisabeth-Knipping-Schule besucht und durch den Nordstadtpark läuft. Gemeint ist die Pyramide, die in Nord-Holland aufgebaut wird.

Die Skulptur von Agnes Denes heißt „The Living Pyramid“ (die lebende Pyramide) und soll bepflanzt werden, wie die Pressestelle der documenta 14 mitteilt. Sie hat einen quadratischen Grundriss von etwa neun mal neun Metern und wird auch etwa neun Meter hoch.

„Die Außenseiten bestehen aus Schieferplatten, die mit Erde und verschiedenen Pflanzen gefüllt nach oben hin schmaler werden“, sagt eine documenta-Sprecherin. „The Living Pyramid“ soll außerdem die soziale Struktur widerspiegeln.

Die Konzeptkünstlerin Agnes Denes wurde 1931 in Budapest geboren und lebt seit 1954 in New York. Das d14-Kunstwerk ist nicht ihre erste Pyramide: Es gibt von ihr Pyramiden aus Tannen, Kristallblöcken und Plexiglas, die mit Öl und Wasser gefüllt sind. Eine ihrer bekanntesten Installationen ist das „Wheatfield“, das sie 1982 in New York schuf. Sie stellte einige ihrer Kunstwerke bereits 1977 auf der documenta 6 aus.

Die Menschen im Nordstadtpark sind interessiert, können aber noch nicht viel mit der halbfertigen Pyramide anfangen. „Von Ai Weiwei ist das Kunstwerk schonmal nicht, sonst wären noch Stühle dabei“, scherzt Zawar Salim mit seinem Kumpel Kyrillos Atallah, die Maschinenbau an der Universität Kassel studieren. „Wir freuen uns schon auf die Kunst, aber vor allem auf die verschiedenen Menschen, die Kassel zur documenta-Zeit beleben.“ Auf dem Gelände des Schlachthofs wird ebenfalls gearbeitet – für einen neuen Biergarten. Mitarbeiter Antonio Diaz weiß bereits, dass die Pyramide bepflanzt werden soll. „Die Leute fragen ab und zu, was dort entsteht“, berichtet er. Durch die documenta 14 erhoffe man sich noch mehr Besucher.

So ist es auch im Café Hurricane an der Gottschalkstraße: „Die Leute sprechen uns auf das Kunstwerk an“, sagt Junior Okan Gül. Er freut sich , dass die documenta viele Besucher bringt – „da kann sich Kassel von der schönsten Seite zeigen.“ Gül findet es gut, dass die Nordstadt miteinbezogen wird.

„Ich habe anfangs vermutet, dass da vielleicht eine Bühne entsteht“, erzählt Sarah Nerl vom Modegeschäft Zweipunktnull. Im weitesten Sinne gar nicht so falsch – denn zur documenta 2017 wird Kassel schließlich zu einer großen Kunstbühne.

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