documenta-Wahrzeichen im Licht

Generalprobe für nächtliche Beleuchtung des Parthenons der Bücher

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Magischer Ort: Ab dem 6. Juni 2017 soll das Innere des Parthenons öffentlich begehbar werden - rund um die Uhr.

Kassel. Wer am späten Montagabend rund um den Friedrichsplatz unterwegs war, der bekam in der lauen Nacht am documenta-Wahrzeichen Parthenon der Bücher Lichtspiele der besonderen Art geboten.

Aktualisiert am 1. Juni 2017 um 11.51 Uhr - Die nächtliche Beleuchtung des documenta-Kunstwerks "Parthenon of Books" wurde erstmals getestet. Der imposante Tempel-Nachbau der argentinischen Künstlerin Marta Minujín erstrahlte plötzlich immer wieder hell, um nach kurzer Zeit wieder zu erlöschen und dann wieder in einer neuen Lichtstimmung aufzuleuchten. Trotz der späten Stunde lockte das Spektakel zahlreiche Schaulustige an.

Während die Zaungäste das Spektakel von außen verfolgten, machte Sebastian Schulze-von Hanxleden im Inneren des Tempel-Nachbaus Fotos und gab letzte technische Anweisungen: „Sieht das nicht geil aus?“, schwärmte der Chef der Firma Ton Direkt. Drei Tage haben er und seine Leute an der Parthenon-Beleuchtung gearbeitet. Auch die Crew konnte am Montag erstmals das Resultat ihrer Arbeit erleben.

Für Ton Direkt ist so ein Auftrag normales Geschäft. Die Firma setzt beispielsweise auch den nächtlichen Bergpark Wilhelmshöhe zu den beleuchteten Wasserspielen in Szene. Doch das Parthenon-Projekt sei schon etwas Besonderes, sagte Schulze-von Hanxleden: „Hierbei muss unsere Technik 100 Nächte lang funktionieren, und das bei jedem Wetter.“

Während der documenta 14 wird der illuminierte Parthenon jede Nacht öffentlich zugänglich sein. Deswegen müsse auch die Sicherheit bedacht werden, erläuterte der Ton-Direkt-Chef: Für den Fall eines Stromausfalls seien zwölf Strahler, die das Innere des Kunst-Bauwerks erhellen, mit einer Notstrombatterie verbunden, damit Besucher auch bei völliger Dunkelheit der Umgebung sicher vom Gelände geleitet werden können.

Im Lauf des 6. Juni 2017 werde der Bauzaun um den Parthenon entfernt, sodass anschließend jedermann rund um die Uhr das Kunstwerk betreten könne, sagte documenta-Mitarbeiter Timo Weißberg, der die Generalprobe mit einigen Kollegen ebenfalls verfolgte.

In der Nacht vom 7. auf den 8. Juni 2017, wenn bereits Tausende von Journalisten und Kunstfachleuten aus der ganzen Welt in Kassel sein werden, wird die Tempelbeleuchtung offiziell eingeschaltet und bis zum Ende der documenta 14 jede Nacht leuchten.

Unterdessen soll die Verkleidung des Parthenons mit Büchern weitergehen. Etwa 45.000 Bände hängen bereits, gut 60.000 sollen es am Ende werden. „Wir haben noch einen gewissen Bestand vorrätig“, sagte Timo Weißberg.

Generalprobe: Der Bücher-Parthenon leuchtet auf dem Friedrichsplatz

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