documenta verteilt über 60.000 Werke

Parthenon: Bücher gibt es nur mit Eintrittskarte für documenta

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Freie Auswahl: Mitarbeiter der documenta legen die abgehängten Bücher im Parthenon aus. 

Kassel. Bereits eine knappe Woche vor dem Ende der documenta gibt es am Parthenon der verbotenen Bücher erhebliche Lücken. Doch ein Buch erhält man nur mit Eintrittskarte.

Wer darf sich ein Buch abholen?

Ohne Eintrittskarte läuft nichts. Das Aufsichtspersonal weist jeden, der in der Schlange steht, darauf hin. Das erspart den Ärger kurz vor dem Zugang zum Parthenon. Unmut gab es am Montag aber trotzdem.

Worüber ärgern sich die Leute?

Im Vorfeld hieß es noch, dass jeder, der sich dafür interessiert, ein Buch mitnehmen kann. Die Bücher sollten ausdrücklich nicht nur an documenta-Besucher verteilt werden. Das hat sich offensichtlich geändert. Jetzt muss man ein Ticket vorzeigen. Es könne auch ein bereits abgelaufenes von einem früheren Besuch sein, so die documenta. Das sorgt für Unmut. Sie habe zwar die documenta besucht, aber die Eintrittskarte nicht aufgehoben, hat uns zum Beispiel Britt Schmidt aus Kassel geschrieben. Sie sei sehr verärgert über diese Regelung, die so nicht angekündigt worden sei.

Was sagt die documenta dazu?

Am Sonntag sei der Ansturm auf die Bücher so groß gewesen, dass man habe reagieren müssen. Mit der jetzigen Regelung wolle man erreichen, dass möglichst viele unterschiedliche Menschen ein Buch bekommen. Bei Besuchern, die ihr bereits genutztes Ticket nicht mehr finden, werde man kulant sein.

Wie funktioniert die Ausgabe der Bücher?

Der Parthenon ist nicht mehr frei zugänglich, sondern mit Flatterband abgesperrt. Vom Sicherheitsdienst werden nach der Ticketkontrolle immer Zehnergruppen hereingelassen. Auf dem Boden des Parthenons liegen die Bücher in Plastikhüllen. Man hat einige Minuten Zeit und durfte sich gestern bis zu fünf Exemplare mitnehmen.

Was passiert mit den Plastikhüllen?

Wer die Schutzhülle nicht mitnehmen will, kann sie in einem Behälter deponieren. Nach Angaben der documenta sollen die Hüllen recycelt werden. Man kann daraus zum Beispiel Parkbänke und Pfosten für Straßenschilder machen. In einer früheren Berichterstattung war auch von Joghurtbechern die Rede. Die dürfen allerdings nicht aus wiederverwertetem Material bestehen. Das gilt für alle Verpackungen von Lebensmitteln.

Wie lange werden die Bücher verteilt?

Bisher ist vorgesehen, dass sie bis zum letzten documenta-Tag am Sonntag, 17. September, verteilt werden. Und zwar während der Öffnungszeiten von 10 bis 20 Uhr. Von einer längeren Schlange muss man sich nicht abschrecken lassen. Gestern dauerte es für die rund 100 Meter vom Ende der Schlange bis zum Parthenon etwa eine Viertelstunde.

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