Künstlerin Marta Minujín steckt hinter dem Werk

Documenta-Kunstwerk: Die ersten Bücher sind am Parthenon angebracht

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Die ersten Bücher sind Parthenon of Books angebracht worden. Dieses Bild veröffentlichte die documenta auf Twitter.

Kassel. Am Mittwochabend wurden die ersten Bücher am documenta-Kunstwerk „The Parthenon of Books“ (Der Parthenon der Bücher) angebracht.

Die argentinische Künstlerin Marta Minujín errichtet den Büchertempel auf dem Kasseler Friedrichsplatz. Das Bild veröffentlichte die documenta auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Insgesamt sollen 55.000 Bücher verbotener Autoren an dem Stahlgerüst des Tempels angebracht werden. Sie werden zum Schutz vor Wettereinflüssen in Folie eingeschweißt. Das gesamte Bauwerk wird auf einer Grundfläche von 70 mal 30 Metern entstehen. 

Der Nachbau des Parthenon-Tempels auf dem Kasseler Friedrichsplatz gehört wohl zu den Projekten, mit denen bereits vor Eröffnung der documenta 14 großes Aufsehen erregt worden ist. Bis zum Beginn der documenta 2017 sollen 55.000 Bücher aus aller Welt gesammelt werden, die entweder früher verboten waren und heute wieder gedruckt werden oder immer noch verboten sind. Die Aktion soll ein Zeichen gegen Zensur und die Verfolgung von Autoren setzen. Bislang sind 35.000 Bücher für das Kunstwerk gesammelt worden. In einem Interview sagte documenta-Sprecherin Henriette Gallus, dass besonders private Spender viel zum Kunstwerk beigetragen haben.

Parthenon der Bücher - die Interpretation

Mit ihrem „Parthenon der Bücher“, dem Nachbau des Tempels auf der Akropolis in der griechischen Hauptstadt, setzt die argentinische Künstlerin Marta Minujín ein Zeichen für die Meinungsfreiheit, gegen Zensur und die Verfolgung von Schriftstellern in aller Welt – verkleidet wird die Stahlkonstruktion mit Büchern sowohl von einst wie von noch heute verbotener Autoren.

Zweitens will Minujín einen Dialog zwischen den documenta-Städten Kassel und Athen schaffen – in Griechenland wird sie ebenfalls einen Beitrag zu documenta 14 präsentieren. Der etwa 31 mal 70 Meter große Parthenon, der seit fast 2500 Jahren als Tempel für die Stadtgöttin Pallas Athene die Akropolis beherrscht, gilt ihr „als ästhetische und politische Urform der Demokratie“, wie es Pierre Bal-Blanc aus dem Kuratorenteam des künstlerischen Leiters der d14, Adam Szymczyk, sagt. Bal-Blanc hat Minujín auch bei der symbolischen Grundsteinlegung Ende Oktober 2016 begleitet.

Parthenon of Books: Studenten helfen

Germanisten der Universität Kassel haben eine Liste verbotener Bücher erarbeitet. Sie umfasst 70.000 Titel. Studierende unterstützen auch das Sortieren und Einschweißen der Bücher. Bücher, die verboten waren oder es in einigen Ländern noch sind, können abgegeben oder per Post geschickt werden an die d14.

Stichwort: The Parthenon of Books, Friedrichsplatz 18, 34117 Kassel. Infos: Tel. 0561/70727727, books@documenta.de Unterstützer werden gebeten, ein Formular auf documenta14.de auszufüllen und beizulegen. Spendenboxen stehen vor dem Fridericianum und im Rathaus. Buchhandlungen und Antiquariate fördern das Projekt.

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