Reaktion auf Anschläge

Sicherheit bei der documenta 14: Poller, mehr Polizei und Wache hinterm Café Alex

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Das Sicherheitskonzept für die documenta 14 wurde der Lage angepasst: Bei der Kunstausstellung werden mehr Polizisten im Einsatz sein als vor fünf Jahren. Auf dem Foto sind Thorsten Noll (links) und Kai Schütte auf dem Friedrichsplatz zu sehen.

Kassel. Nicht nur die Kasseler Polizei hat nach den Anschlägen der vergangenen Monate in Europa reagiert. Für die documenta 14 gibt es deshalb ein angepasstes Sicherheitskonzept.

Die jüngsten Terroranschläge haben dazu geführt, dass auch das Sicherheitskonzept für die documenta 14 überarbeitet worden ist. Diese Überlegungen seien aber bereits vor dem Anschlag in Manchester am Montagabend mit mindestens 22 Toten gemacht worden, sagt Polizeisprecher Torsten Werner. 

Bei der Eröffnung der Kunstausstellung am Samstag, 10. Juni, bei der neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Griechenlands Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos zahlreiche weitere Politiker anwesend sind, würden rund um den Friedrichsplatz Betonpoller (allerdings andere als beim Weihnachtsmarkt) aufgestellt. Die sollen verhindern, dass große Fahrzeuge in Menschenmassen rasen können, wie es bei den Anschlägen in Nizza und Berlin mit vielen Opfern geschehen ist. Diese Poller seien aber nur für den Eröffnungstag vorgesehen, so Werner.

Beamte wurden geschult

Darüber hinaus werde die Polizei sowohl bei der Eröffnung als auch während der gesamten 100 Ausstellungstage mit mehr uniformierten und zivilen Beamten als vor fünf Jahren im Einsatz sein, kündigt der Sprecher an. Funk- und Fußstreifen würden intensiviert. Die Beamten seien für mögliche Amoktaten und Anschlagsszenarien geschult. 

Wie bei den vergangenen documenta-Ausstellungen werde die Polizei auch wieder eine zusätzliche Wache hinter dem Café Alex am Friedrichsplatz einrichten. Viele Besucher, die Rat und Hilfe benötigen, würden diesen Standort bereits kennen, so Werner. Bei der documenta handele es sich um eine Großveranstaltung mit Weltöffentlichkeit, die auch zum Ziel von Terror werden könnte. „Eine abstrakte Gefahr können wir nicht wegdiskutieren“, sagt Werner. Allerdings gebe es keinerlei Hinweise auf einen konkreten Anschlag. Die Menschen sollten sich deshalb auch nicht abschrecken lassen, die documenta zu besuchen.

documenta arbeitet mit Behörden und externer Firma zusammen

Natürlich habe man auch Gespräche mit der Stadt und der documenta GmbH geführt, sagt Polizeisprecher Torsten Werner. Für die Erarbeitung des Sicherheitskonzepts habe die documenta neben der Landespolizei mit der Berufsfeuerwehr Kassel, der Bundespolizei sowie der Stadt Kassel und ihren Ämtern zusammengearbeitet, sagt documenta-Sprecherin Maxie Fischer. Darüber hinaus wurde eine externe Firma mit der Erstellung des Sicherheitskonzepts betraut.

Das ändert sich für Besucher

Die Besucher der Kunstausstellung in diesem Jahr müssen zum Beispiel mit Taschenkontrollen rechnen. Bei der Polizei hat man aber keine Sorge, dass die Besucher sich gegen solche Überprüfungen wehren.

„Die Menschen erwarten mittlerweile, dass sie von der Polizei, oder dem Veranstalter bei solchen Großereignissen kontrolliert werden, sagt Polizeisprecher Werner. Das erhöhe auch das eigene Sicherheitsgefühl der Besucher. Dazu documenta-Sprecherin Fischer: Wie auch schon bei vorangegangen Ausstellungen bitte man die Besucher der d 14, nur kleine Taschen mit den Maximalmaßen von 33 mal 23 mal 10 Zentimeter in die Ausstellung mitzubringen. „Stichprobenartig wird der Tascheninhalt kontrolliert.“

Aus konservatorischen Gründen seien in der Ausstellung Rucksäcke generell nicht erlaubt. Rücksäcke und größere Taschen könnten aber ohne zusätzliche Kosten abgegeben werden. Sie würden bei Abgabe in der Garderobe allerdings kontrolliert. Koffer oder Reisetaschen könnten dort nicht abgegeben werden.

Das Sicherheitspersonal sei im Vergleich zur d 13 im Jahr 2012 erhöht worden, sagt Fischer, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Wie vor fünf Jahren ist auch bei der documenta 14 Karl-Heinz Wolf, der frühere Leiter des Polizeireviers Mitte, wieder zum Sicherheitsbeauftragten der documenta ernannt worden.

Hier kommt die documenta-Wache wieder hin: Unser Archivfoto aus dem Jahr 2012 zeigte die beiden Dienstgruppenleiter der documenta-Wache, Rico Hergesell (links) und Mario Mönnich. Sie waren auch mit dem Segway auf Streife.

Alle Außenkunstwerke (ob nun Obelisk auf dem Königsplatz, der Parthenon auf dem Friedrichsplatz oder die verhüllte Torwache an der Wilhelmshöher Allee) würden rund um die Uhr gesichert, so Fischer. Es sei jeder Zeit geschultes Aufsichtspersonal da.

Zudem ist auch wieder die Polizei mit einer documenta-Wache auf dem Friedrichsplatz hinterm Café Alex präsent. Polizeisprecher Werner sagt, dass sich die Beamten freiwillig für den Dienst in dieser Wache melden können. Viele Polizisten würden sich bereits auf diese abwechslungsreiche Arbeit während der documenta freuen.

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