Landung am Kassel Airport

Steinmeier in Calden: Von Scharfschützen und Staatskarossen

Calden. Anflug am Samstagmorgen mit einer Bombardier-Maschine: Bundespräsident Steinmeier landet, kurz darauf sein griechischer Amtskollege. Eine Reportage von einer documenta-Zwischenstation unter hohen Sicherheitsauflagen. 

Der oberste Chef kommt von ganz oben. „Der Chef aus dem Himmel?“, wollte Liv Kirchner aus Calden-Ehrsten wissen. Vater Gregor hatte die nicht ganz leichte Aufgabe, seiner sechs Jahre alten Tochter zu erklären, was denn eigentlich ein Bundespräsident ist und macht. Aber zeigen konnte er seiner Tochter das oberste Staatsoberhaupt dann sozusagen direkt vor der Haustür. Und das kam am Samstagmorgen wirklich aus dem Himmel.

Scharfschützen am Kassel Airport: Der documenta-Besuch war so streng bewacht wie noch nie. 

Pünktlich um 9.25 Uhr landete die Maschine mit Frank-Walter Steinmeier auf dem Flughafen Kassel in Calden. Neben Familie Kirchner hatten sich etwa drei Dutzend Zaungäste aller Altersstufen aus Calden, Immenhausen, Vellmar und Kassel am Aiport versammelt, um bei bestem Wetter einen Blick auf Frank-Walter-Steinmeier zu erhaschen. „Das darf man sich nicht entgehen lassen“, sagte Christian Baierl, der Sohn Benjamin dabei hatte. Constanze Hoffmann aus Vellmar kam mit Tochter Theresa direkt vom Erdbeerfeld: Erst leckere Früchte sammeln, und wenn man ohnehin schon in der Nähe ist, noch einen Abstecher zum Flughafen machen. Ohne Stau, Parkplatzsuche und Gedränge.

documenta 14: Steinmeier-Ankunft am Flughafen Calden

Und so zückten dann alle gegen 9.30 Uhr ihre Handys. Was auf den Fotos zu sehen ist? Nun, vom Bundespräsidenten sicherlich nicht viel, denn der Abstand zwischen Zaun und Rollfeld war zu groß. Wohl dem, der ein Fernglas dabei hatte. Kaum waren Steinmeier und seine Gattin Elke Büdenbender aus der Maschine gestiegen, waren sie auch schon in der dunklen Staatskarosse verschwunden. Keine zwei Minuten später rollte diese, flankiert von einem Motorradkorso, vom Flughafen-Gelände und nahm Kurs auf Kassel, wo Bundespräsident Steinmeier um 10 Uhr die documenta eröffnen sollte. Alles sehr geräuschlos, sehr professionell und voll im Zeitplan.

Dass wenige Minuten später eine zweite große Maschine in Calden mit dem griechischen Staatspräsidenten an Bord landete, interessierte dann kaum noch einen. Nur eine Familie aus Kassel blieb noch eine Weile auf einer Bank sitzen, um das Geschehen auf dem Rollfeld zu beobachten. Neugierig seien sie weder auf Frank-Walter-Steinmeier noch auf Prokopis Pavlopoulos gewesen. Aber heute sei doch endlich mal was los am Flughafen.

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