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Ende der documenta 15: Applaus zum Abschluss

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Ade Darmawan (von links), Reza Afisina von Ruangrupa, Künstler Richard Bell und Iswanto Hartono (Ruangrupa)
Ein paar Worte des Dankes zum Ende der documenta fifteen: Ade Darmawan (von links), Reza Afisina von Ruangrupa, Künstler Richard Bell und Iswanto Hartono (Ruangrupa). © Andreas Fischer

Mit der traditionellen Zusammenkunft von Kuratoren, Künstlern und Vertretern aus Kommunalpolitik und Stadtgesellschaft ist die documenta fifteen am Sonntagabend zu Ende gegangen – planmäßig nach 100 Tagen. 

Hunderte Menschen hatten sich aus diesem Anlass um 20 Uhr vor dem Fridericianum versammelt.

Mitglieder des kuratierenden Künstlerkollektivs Ruangrupa bedankten sich unter dem Applaus der Anwesenden bei allen Beteiligten, auch denen aus Kassel. Das Publikum habe ihnen viel Energie gegeben. Ade Darmawan sagte, die documenta fifteen sei zwar nun beendet, aber Lumbung werde fortgesetzt – und damit der Grundgedanke dieser documenta, die auf Prinzipien wie Gemeinschaft und Teilhabe aufbaute.

Oberbürgermeister Christian Geselle hatte zuvor von einer wunderbaren documenta auf der einen Seite, aber auch von einem Sommer der gemischten Gefühle auf der anderen Seite gesprochen: „Wir mussten alle gemeinsam viel aushalten.“ Die Diskussionen über Antisemitismus bestimmten diese documenta, gleich zu Beginn gab es einen Eklat. Ein Banner des Künstlerkollektivs Taring Padi auf dem Friedrichsplatz wurde entfernt, weil es Motive mit antisemitischer Bildsprache enthielt.

Immer wieder gab es Forderungen, die Weltkunstausstellung abzubrechen. Geselle ging in seiner Rede auch auf diverse Wortbeiträge ein und meinte, viele hätten Maß und Mitte vermissen lassen – „bei allem Respekt vor Verletzungen und der klaren Botschaft, dass Kassel weder antisemitisch noch rassistisch ist“. Nun sei zwar die d15 vorbei, ein Auftrag aber bliebe: „Wir müssen miteinander reden und mehr aufeinander zugehen.“ Die vergangenen 100 Tage waren eher vom Gegenteil geprägt.

Vor der Abschlussveranstaltung waren noch einmal Tausende Menschen zur d15 gekommen. Am Rande hatte der indonesische Künstler Setulegi vom Künstlerkollektiv Taring Padi eine Performance genau an jener Stelle auf dem Friedrichsplatz veranstaltet, wo zu Beginn der documenta das Banner abgebaut worden war. Setulegi kam nicht allein: Begleitet von dem Berliner Künstler Guy David Briller, einem israelischen Juden, markierte der Indonesier zunächst mit Mehl den Standort des abgehängten Banners. Dann sprach er mit bloßem Oberkörper ein Gebet mit guten Wünschen und der Bitte um Verständnis, bevor er mithilfe des Publikums Räucherstäbchen verteilte. Sein Dank an das Publikum rief herzlichen Applaus hervor.

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