Er würde sein Werk gern weiter auf dem Königsplatz sehen

Arnold-Bode-Preis für Obelisk-Schöpfer Olu Oguibe

+
Preisträger und Preisgeber: Olu Oguibe (links) bekam am Sonntag im Kasseler Rathaus den Arnold-Bode-Preis verliehen. d14-Chef Adam Szymczyk, der auch im Kuratorium des Preises saß, freute sich mit dem documenta-Künstler.

Kassel.  Für sein „Fremdlinge und Flüchtlinge Monument“, besser bekannt als der documenta-Obelisk auf dem Königsplatz, nahm der Künstler Olu Oguibe am Sonntag im Kasseler Rathaus den mit 10.000 Euro dotierten Arnold-Bode-Preis entgegen.

Kulturdezernentin Susanne Völker sagte in ihrem Grußwort, dass der Obelisk eines der ersten Kunstwerke dieser documenta gewesen sei, das die Kasseler ins Herz geschlossen hätten. Laudatorin Julia Voß, die als Kuratoriumsmitglied Oguibe als Preisträger vorgeschlagen hatte, lobte den Obelisken als Monument, das keinem Gott oder Herrscher gewidmet sei – sondern Menschen, die Schutz suchen und Schutz gewähren. Auf der Betonstele steht das Jesus-Zitat „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt“ auf deutsch, englisch, türkisch und arabisch.

Während der Veranstaltung im Rathaus wurde auch über die Zukunft des Kunstwerkes gesprochen, das sich bereits zu einem Treffpunkt auf dem Königsplatz entwickelt hat. „Viele Kasseler wünschen sich, dass der Obelisk bleibt“, sagte Susanne Völker und erntete dafür Applaus aus dem Publikum. „Das wäre ein schönes Signal für eine weltoffene Stadt.“

Auch Olu Oguibe selbst sähe seine Skulptur gern weiterhin an ihrem jetzigen Standort. „Ich habe den Obelisken für Kassel geschaffen“, sagte der nigerianisch-amerikanische Künstler nach der Preisverleihung. „Er gehört hierher.“ Für Oguibe soll sein Werk, das von Treppenstufen umrundet ist, ein Ort sein, der ins Stadtleben integriert ist. „Mein Traum ist es, dass die Kasseler sagen: Lass’ uns am Obelisken treffen“, sagte er.

Ausgezeichnet: Oguibes Obelisk auf dem Königsplatz.

Eine Versetzung der Stele, wie sie bereits diskutiert wurde, sieht der Künstler daher kritisch. Auch die Ausrichtung der vier Seiten (die türkische Botschaft deutet in Richtung Nordstadt mit ihrer großen türkischen Gemeinde), hätte dann nicht mehr die ursprüngliche Symbolik. 

Heiner Georsdorf, Vorsitzender des Kuratoriums der Bode-Stiftung, sprach sich ebenfalls für den Standort am Königsplatz aus, wo die Skulptur mit ihrer Beiläufigkeit und Randständigkeit überzeuge. „Wenn er bleiben soll“, so Heinersdorf, „dann doch an dieser Stelle.“ Ob der Obelisk auch nach der documenta 14 wirklich in Kassel bleibt, wird sich erst in den nächsten Wochen entscheiden. Den Ankauf muss der Magistrat beschließen, die Finanzierung müsste durch Haushaltsmittel, Sponsoren und Stiftungen gestemmt werden.

Einen festgelegten Kaufpreis gibt es laut Kulturdezernentin Susanne Völker noch nicht. Dass es in dem Gremium jedoch eine Pro-Obelisk-Haltung gibt, ließ sich am Sonntag auf der Verleihung jedoch nicht überhören.

documenta: Künstler Olu Obuibe bekommt Preis für Obelisk auf Königsplatz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.