Debatte um d14

documenta in Athen: Forum begrüßt das „Gastspiel“ der Ausstellung

Vorsitzender des documenta-Forums: Dirk Schwarze. Foto: nh

Kassel. Das Kasseler documenta-Forum begrüßt das Vorgehen von Adam Szymczyk, des künstlerischen Leiters der documenta 14, die Öffentlichkeit bereits lange vor der Halbzeit der documenta-freien Zeit an seinen konzeptuellen Ideen teilhaben zu lassen. Damit öffne er Wege zur Weiterentwicklung der documenta. Das teilte Vorsitzender Dirk Schwarze, ehemaliger Leiter der HNA-Kulturredaktion, mit.

Lesen Sie auch:

- Leiter Szymczyk: documenta 14 findet auch in Athen statt

- documenta auch in Athen - ein Pro und Kontra

- Leiter Szymczyk: documenta 14 findet auch in Athen statt

Die documenta befinde sich in einem stetigen, weltweiten Austausch der Reflexion über gesellschaftliche, kulturelle und ökologische Grundfragen, die sich zwar lokalisieren ließen, aber eine grenzenlos bedeutende Rolle spielten, heißt es. Da könnten durch ein Gastspiel der documenta in Athen, einem Ort, der derzeit vor immensen Herausforderungen stehe, für die Betrachtung der Kasseler Ausstellung zusätzliche spannende Erlebnisse und Erkenntnisse ermöglicht werden. Dass Athen von der Antike bis in die aktuelle Gegenwart vielschichtige Bezüge bereithält, sei nicht zu bestreiten. Dem jetzigen Ideen-Auftakt würden also wohl noch viele Konkretisierungen folgen müssen.

Mit seinen ersten Andeutungen habe Adam Szymczyk Befürchtungen ausgelöst, die documenta 14 könne durch die Ausweitung nach Athen einen Verlust für die Stadt und das Kasseler Publikum bedeuten. Das sei eine Reaktion, die neben dem ersten Aufruhr auch auf eine mittlerweile gewachsene hohe Identifikation des Publikums mit „seiner“ documenta hinweist. Aber Kassel bleibe die documenta-Stadt. Entsprechend offensiv und selbstbewusst müsse die Öffnung der documenta verstanden werden.

Die Wahl des zweiten Standortes Athen geschehe nicht, weil die documenta um ihren Ruf bangen müsste oder weil die Lust an Kassel vergangen wäre, sondern weil die in Kassel für immer verwurzelte Ausstellung so sehr zur Weltmarke geworden ist, dass sie im globalen Maßstab gedacht werden kann, erklärt das documenta-Forum. Auch wenn die Metropole Athen den zeitlichen Vortritt erhalte, wird Kassel für die documenta das Herz und der Treffpunkt bleiben.

Das Forum sei zuversichtlich, dass Adam Szymczyk und sein Team in der Lage sind, für Kassel nicht den Verlust, sondern „einen Zugewinn zu zelebrieren“. Im Übrigen sei die documenta in ihrer Erfolgsgeschichte immer gut damit gefahren, den künstlerischen Leitungen freie Hand für ihre kuratorische Konzeption zu lassen. (red)

Hintergrund: Das documenta-Forum

Gegründet als Förderverein für die documenta im Jahr 1972 setzt sich das documenta-Forum für die Weltkunstausstellung ein und hat sich verpflichtet, dazu beizutragen, dass die documenta zu den Bedingungen stattfinden und sich weiterentwickeln kann, die im Sinne des Gründers Arnold Bode sind. Zuletzt hat der Verein sich vor einigen Wochen zu Wort gemeldet, als es um die schwierige Situation des documenta-Archivs ging. Man kümmert sich etwa um die Sicherung und Pflege der Außenkunstwerke. Für seine Anliegen wirbt das documenta-Forum Spendengeld ein. Spektakulärste Aktion war 2007 der Einsatz für eine komplette Erneuerung des documenta-6-Kunstwerks „Laserscape“ von Horst H. Baumann auf dem Zwehrenturm. Um dies zu ermöglichen, wurden einzelne Laserstrahl-Meter an die Kasseler verkauft. Vorsitzender ist Dirk Schwarze. (fra)

Quelle: mydocumenta

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.