Soziale Plastik kehrt zur Vermehrung an den Ursprung zurück – Kunst aus Hofgeismar bildet Beitrag im Umfeld der Kasseler Kunstschau

Hofgeismar: documenta-Bausteine können abgegeben werden

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Ein Teil des Projekts: Ein Teil der bemalten Holzblöcke wurde für einen guten Zweck versteigert.

Hofgeismar. Nach fünf Jahren Wartezeit nimmt die soziale Plastik des Totalkünstlers Walter Lindemann (Niedermeier) wieder Formen an. Die Besitzer der vielen 2007 angefertigten, von Schülern mit Botschaften versehenen und dann verteilten Bausteine können diese nun in der Husarenstraße in Hofgeismar abgeben.

Dort, vor dem Atelier Plexus, ist ein Koffer aufgestellt, in den die Steine gelegt werden können. Ziel der Aktion: Jedes Exemplar ist Teil einer sozialen Plastik, die während der 100 Ausstellungstage der documenta wieder an ihren Ausgangspunkt in Hofgeismar zurückkehren soll.

Weitere 1600 Bausteine seien jüngst beim Hofgeismarer Viehmarkt an Kinder und Jugendliche aus dem Kreisteil verschenkt worden. Da das Kunstprojekt bereits seit Jahren läuft, müssten laut Lindemann inzwischen tausende Steine im Umlauf sein.

Erweiterung von Beuys' Vorstellungen

Seit 2007 gestalten Lindemann und viele weitere Künstler – jung und alt – diese Steine. Das gemeinsame Produzieren, das Gestalten der Bausteine, der Austausch von Gedanken und Ideen – all das gehöre zur sozialen Skulptur, die laut Lindemann eine Erweiterung von Joseph Beuys’ Vorstellungen dazu darstellen (urbane Skulptur der 7000 Eichen).

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Abgegeben werden können die Steine auch in der Kinderabteilung des Kasseler Modehauses Leffers, sagt der Künstler. Oder direkt bei der documenta. „Wer möchte, kann sie dort an Kunstinteressierte verschenken mit der Bitte, den Stein im Besitz zu vermehren, das heißt, weitere Exemplare zu gestalten“, erklärt Walter Lindemann.

Signale in die Welt senden

Dadurch würde die Plastik noch mehr Teile (Signale) in die Welt versenden, so Lindemann. Wer seinen Baustein aber nicht abgeben oder verschenken möchte, müsse das nicht: „Das ist in Ordnung, das trägt die Kunst mit“, sagt der Totalkünstler.

Zur documenta 14 in fünf Jahren sollen die Steine vor der Orangerie in einem großen Kreis eine soziale Plastik bilden. (veg)

Quelle: mydocumenta

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