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Documenta-Besucher äußern sich zur kürzlich eingestellten Buslinie d15

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Von: Amir Selim

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Schauten sich das Zukunftsdorf an: Lothar und Ulla Ziegler aus Kassel bei der documenta im Osten der Stadt. Eine Busverbindung „wäre ideal“, sagt Lothar Ziegler.
Schauten sich das Zukunftsdorf an: Lothar und Ulla Ziegler aus Kassel bei der documenta im Osten der Stadt. Eine Busverbindung „wäre ideal“, sagt Lothar Ziegler. © Amir Selim

Die KVG hat die documenta-Buslinie d15 eingestellt. Wir haben deshalb Besucher der Kunstausstellung im Kasseler Osten gefragt, was sie zum fehlenden Busbetrieb sagen.

Kassel – Die kurz vor der documenta eingeführte Buslinie d15 ist bereits wieder eingestellt worden (HNA berichtete). Somit können Besucher der Kunstausstellung den Standort am Hübner-Areal und das Zukunftsdorf am Sandershaus nur noch eingeschränkt erreichen. Deshalb haben wir Besucher der documenta im Kasseler Osten gefragt: Was sagen sie zur eingestellten Buslinie?

Lothar und Ulla Ziegler aus Kassel

„Ich habe geglaubt, die Linie werde gut angenommen“, sagt Lothar Ziegler. Bis zur Haltestelle Sandershäuser Straße am Hallenbad Ost fahren die Tramlinien 4 und 8. Von dort aus sind das Hübner-Areal und das Zukunftsdorf in etwa zehn Minuten zu Fuß zu erreichen. Lediglich die Linie 32 fährt noch durch die Sandershäuser Straße. Lothar Ziegler und seine Frau Ulla mussten vom Hallenbad Ost aus zur Haferkakaofabrik laufen. Ansonsten nutzen die Kasseler auch mal das Auto für die documenta-Besuche, sagt Lothar Ziegler. Gerade für Touristen wäre die zusätzliche Linie sinnvoll gewesen, findet er.

„Als Kasselänerin finde ich die documenta immer gut“, sagt Ulla Ziegler. Ihr gehen die negativen Diskussionen „auf den Geist“. Es werde nur das Negative hervorgehoben. Von vielen hätten die Zieglers gehört, dass sie die diesjährige documenta gut finden. Dafür müsse man nur die Ausstellung besuchen „Kunst hat frei zu sein“, sagt Ulla Ziegler.

Wolfgang Seitz und Simone Hoffmann aus Stuttgart

Simone Hoffmann und Wolfgang Seitz aus Stuttgart
Simone Hoffmann und Wolfgang Seitz aus Stuttgart © Amir Selim

Wolfgang Seitz aus Stuttgart hätte sich über die documenta-Buslinie gefreut. „Schön wär’s gewesen“, sagt er. Stattdessen fuhren er und seine Begleitung Simone Hoffmann mit der Straßenbahn. Von der Sandershäuser Straße seien die beiden dann zu Fuß zum Sandershaus gegangen. Die documenta fifteen gefällt beiden gut. „Sie hat was Spannendes“, sagt Hoffmann. Die Stuttgarter sind nicht zum ersten Mal auf einer documenta. Diesmal ist Wolfgang Seitz jedoch verwundert über die Zahl der Besucher: „Vor ein paar Jahren hat man an manchen Ausstellungsorten keinen Platz mehr bekommen.“

Heinz Klein aus Kanada

Heinz Klein aus Kanada ist zu Besuch bei seiner Familie in Kassel
Heinz Klein Kanada © Selim, Amir

„Der Extrastopp Hübner-Areal ist schön und gut, aber eigentlich überflüssig“, sagt Heinz Klein, der seit 1986 in Kanada lebt. Davor wohnte er in Kassel und hat deshalb noch Familie in der Stadt. Er habe dieses Jahr auch schon auf der documenta gespielt – auf dem Meydan-Festival und beim Hübner-Areal. Der Musiker, der mit amerikanischem Folkrock unter dem Künstlernamen Mr. Bitter-sweet auftritt, singt und spielt Gitarre. Zu den Diskussionen über die documenta sagt Klein: Die künstlerische Freiheit müsse gewahrt werden. „Sonst sind wir keine Demokratie mehr“, kritisiert der Musiker.

Eine documenta-Mitarbeiterin

Kritischer sieht eine documenta-Mitarbeiterin, die deshalb namentlich nicht genannt werden möchte, den Ausfall der Buslinie. „Ich finde es unmöglich“, sagt sie. Generell hätten viele Gäste Schwierigkeiten, sich zu orientieren. „Viele wissen nicht, wo welcher Standort anfängt.“ Die Orte in der Aue oder in der Innenstadt seien leicht zu finden, der Rest sei für Auswärtige schwer zu verorten. Deshalb wäre es gut, wenn die Linie d15 noch fahren würde. Die Organisation bei früheren Ausstellungen habe besser funktioniert. „Diesmal ist es in die Hose gegangen.“ (Amir Selim)

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