d13-Rekord: 20.500 Gäste am Wochenende

documenta-Besucher brauchen viel Geduld

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Schlange quer durch den Kulturbahnhof: Die Besucher der documenta standen auch gestern an, um den „Video Walk“ von Janet Cardiff und George Bures Miller erleben zu können.

Kassel. Wer am vergangenen Wochenende die documenta besucht hat, der brauchte vor allen Dingen Geduld. Überall sah man Schlangen.

An den Kassenhäuschen, mindestens 200 Meter Menschen vor dem Fridericianum, Wartende vor der documenta-Halle bis zum Schmetterlingsgarten, selbst am Rahmen vom Künstlerkollektiv Haus-Rucker-Co (d 6, 1977) war kaum ein Durchsehen möglich. Es war das Rekordwochenende der d 13: 20.500 Menschen besuchten die Ausstellung, das war das bisher erfolgreichste Wochenende seit der Eröffnung am 9. Juni. Das Ziel von Carolyn Christov-Bakargiev, der künstlerischen Leiterin, von mindestens 750.000 Besuchern, liegt in Reichweite.

Auch ihr Konzept der „Worldly Companions“ sei ein Erfolg: Bisher haben rund 110.000 Menschen die Ausstellung bei über 9000 begleiteten Rundgänge gesehen. „Die 160 Worldly Companions sind mittlerweile rund um die Uhr im Einsatz“, sagt documenta-Geschäftsführer Bernd Leifeld.

Ob nun mit oder ohne Führung: Neben den Kunstwerken, die auf dieser Seite zu sehen sind, ist vor allem das Schattenspiel von William Kentridge im Nordbahnhof ein Ziel vieler Besucher - Schlangen und Wartezeiten sind die Folge. Das gilt beispielsweise auch für das „Dorf“ von Gareth Moore in der Karlsaue und die Jagdhütte von Fiona Hall.

Besonders viele Besucher sind erfahrungsgemäß am späten Vormittag unterwegs. Auch die Abendkarten erfreuen sich großer Beliebtheit - ab 17 Uhr wird es noch einmal deutlich voller in und vor den Standorten. Wer das Schlange stehen vermeiden will, sollte entweder gleich zur Öffnung um 10 Uhr schon aufnahmebereit sein, oder es abends versuchen - ab 19.30 wird es auch vor den meisten Kunstwerken mit besonderer Anziehungskraft deutlich leerer. Das gilt auch für das Fridericianum, wo die meisten Besucher ihren Rundgang beginnen. Die Erkenntnis, der ersten Ausstellungswochen, dass man werktags kaum Warteschlangen befürchten muss, gilt übrigens nicht mehr - es ist aber immer noch spürbar angenehmer als an den Wochenenden.

Die documenta plant übrigens momentan nicht, die abendlichen Öffnungszeiten bis zum Ende der Austellung am 16. September noch auszuweiten. Aber vielleicht können die Kasseler die Erkenntnis mit zur Documenta 14 mitnehmen, dass die ersten Wochen nach dem Ansturm der internationalen Journalisten die beste Zeit sind, um die Weltkunstschau wahrzunehmen - zumindest dann, wenn die Schau 2017 ein ähnlicher Publikumserfolg wird wie die laufende documenta.

Von Ulrike Pflüger-Scherb und Uli Hagemaier

Quelle: mydocumenta

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