documenta darf kommerzielle Führungen verbieten

Frankfurt/Kassel. Die Verantwortlichen der documenta dürfen kommerziellen Reiseveranstaltern eigene Führungen auf der weltbekannten Kunstschau verbieten. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt in einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil.

Der 1. Kartellsenat gab der Trägergesellschaft der documenta Recht, die von einem Veranstalter von Studienreisen verklagt worden war (Az.: 11 U 70/09 (Kart)). Das Unternehmen hatte 2007 Reisen zur documenta 12 in Kassel angeboten, zusammen mit Führungen, die ihre eigenen Reiseleiter anbieten sollten. Dies untersagte die documenta-Führung, und der Fall landete vor Gericht. Die nächste documenta ist 2012.

Wie schon das Landgericht Kassel sah auch das OLG die Klage als unbegründet an. Zwar nehme die Trägergesellschaft mit Blick auf die documenta eine marktbeherrschende Stellung ein. Es liege jedoch kein Missbrauch vor, urteilten die Frankfurter Richter.

Schließlich habe die documenta ein berechtigtes Interesse daran, die Kosten der Ausstellung auch mit der Einnahme aus eigenen Führungen zu decken. Zudem dürfe sie über die Vermarktung der Schau frei bestimmen. Dies habe Vorrang vor dem Interesse des Reiseunternehmens, seinen Kunden die gesamte Reise unter einheitlicher fachlicher Leitung anzubieten. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. (dpa)

Quelle: mydocumenta

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.