Der Kanadier Gareth Moore schafft eine neue Adresse während der documenta

documenta (13): In der Karlsaue entsteht ein ganzes Dorf

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Die Siedler: Aus der Vogelperspektive sind bereits Gebäude, Plätze und Wege des Künstler-Dorfes zu erkennen.

Kassel. Am Auedamm gibt es eine neue Adresse. Aufmerksamen Passanten fällt ein einsamer und ungewöhnlicher Briefkasten vor einem scheinbar unwegsamen grünen Hang gegenüber dem Bootshaus des WVC auf.

Die Klingel, ein ausgedienter Korken, funktioniert. Aus den Büschen taucht prompt der schweißgebadete Briefkasteninhaber auf. Der kanadische Künstler Gareth Moore baut hier - gleich neben dem Bauhof der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) ein eigenes kleines Dorf. Dass es sich dabei um einen Beitrag zur documenta 13 handelt, wird von der Pressestelle nicht bestätigt. Die vollständige Liste mit allen Teilnehmern wird erst am 6. Juni veröffentlicht. In diesem Winkel der Karlsaue ist Moores Kunstwerk nicht leicht zu finden. Nicht einmal die Baugeräusche von Motorsägen und Bohrmaschinen lassen zunächst aufhorchen.

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Gegenüber, beim Bau des neuen Auebades, ist es schließlich noch lauter. Hier wird Beton gegossen und entsteht gerade die riesige Stahlkonstruktion für das Dach der Schwimmhalle. Im Park auf der gegenüberliegenden Seite wird indes lediglich mit gefundenen oder gespendeten Materialien gebaut, die einstmals eine andere Bestimmung hatten. Der 1975 geborene Künstler aus Matsqui in British Columbia ist bekannt dafür, ein Auge für Dinge und Details zu haben, die gewöhnlich übersehen werden. Als „Archäologe der Gegenwart“ ist der weitgereiste Künstler, der von sich sagt, dass er sich auf einer unsicheren Pilgerfahrt befindet, bekannt. Diese hat ihn jetzt nach Kassel geführt. Nur noch wenige Tage, dann sollte zur Eröffnung der documenta jenseits der alten Holztür und am Ende des sich schlängelnden Pfades durch das kleine Wäldchen ein Dorf gewachsen sein. Wie man hört, soll es auch einen eigenen Kiosk und eine Pension bekommen, in der sich sogar Gäste einmieten können.

documenta (13): Dorf des Künstlers Gareth Moore entsteht in der Aue

Gareth Moore baut für die documenta 13
Impressionen aus der Aue: Schon der Weg zu der Installation von Gareth Moore ist ein Abenteuer © Foto: Ditzel/HNA
Gareth Moore baut für die documenta 13
Impressionen aus der Aue: Schon der Weg zu der Installation von Gareth Moore ist ein Abenteuer © Foto: Ditzel/HNA
Gareth Moore baut für die documenta 13
Impressionen aus der Aue: Schon der Weg zu der Installation von Gareth Moore ist ein Abenteuer © Foto: Ditzel/HNA
Gareth Moore baut für die documenta 13
Impressionen aus der Aue: Am Tor wird dem Besucher ein Teppich ausgelegt © Foto: Ditzel/HNA
Gareth Moore baut für die documenta 13
Impressionen aus der Aue: Der Briefkasten des Künstlers am Auedamm. Aufschrift: Für Herrn Moore © Foto: Ditzel/HNA
Gareth Moore baut für die documenta 13
Impressionen aus der Aue: Noch eine Tür führt zum Dorfgelände © Foto: Ditzel/HNA
Gareth Moore baut für die documenta 13
Impressionen aus der Aue: Der Weg dahinter wird bei Regen keine Freude machen © Foto: Ditzel/HNA
Gareth Moore baut für die documenta 13
Impressionen aus der Aue: Künstler-Bauarbeiten auf dem Gelände der Staatsgärtnerei © Foto: Ditzel/HNA
Gareth Moore baut für die documenta 13
Impressionen aus der Aue: Künstler-Bauarbeiten auf dem Gelände der Staatsgärtnerei © Foto: Ditzel/HNA
Gareth Moore baut für die documenta 13
Impressionen aus der Aue: Künstler-Bauarbeiten auf dem Gelände der Staatsgärtnerei © Foto: Ditzel/HNA
Gareth Moore baut für die documenta 13
Impressionen aus der Aue: Künstler-Bauarbeiten auf dem Gelände der Staatsgärtnerei © Foto: Ditzel/HNA
Gareth Moore baut für die documenta 13
Impressionen aus der Aue: Künstler-Bauarbeiten auf dem Gelände der Staatsgärtnerei © Foto: Ditzel/HNA
Gareth Moore baut für die documenta 13
Impressionen aus der Aue: Künstler-Bauarbeiten auf dem Gelände der Staatsgärtnerei © Foto: Ditzel/HNA
Gareth Moore baut für die dOCUMENTA 13
Impressionen aus der Aue: Hier entsteht ein "Künstler-Dorf" © Foto: Ditzel/HNA
Gareth Moore baut für die dOCUMENTA 13
Wird Gareth Moore während der dOcumenta 13 auch hier wohnen? © Foto: Ditzel/HNA

Gareth Moore hat angesichts des Zeitdrucks keine Zeit für Gespräche mit neugierigen und erwartungsvollen Spaziergängern, die er freundlich abwimmelt. Alsdann rennt er hektisch weiter von einem Objekt zum nächsten, gibt den Handwerkern und Helfern Anweisungen und schuftet in der Mittagshitze dieses Frühlingstages. So viel ist auch durch die Lücken im Blattwerk zu erkennen: Hier gibt es noch viel zu tun in den nächsten Tagen. Wir sind gespannt auf diese neue Adresse in Kassel. (hei)

Die Kunstwerke der documenta 13

Das ist die große Unbekannte: Das imposante Holzwerk steht am See in der Karlsaue. Welcher Künstler dahintersteckt und worum es geht, ist noch ein documenta-Geheimnis. © HNA/Ditzel
Das älteste Kunstwerk der diesjährigen documenta. Seit Juni 2010 steht die Figur aus Bronze und Stein von Guiseppe Penone in der Karlsaue. © HNA/Koch
Dieses Kunstwerk war ein lang gehütetes Geheimnis: Der Erdhügel vor der Orangerie gehört aber zur documenta. © HNA/Koch
Es ist ein "Do nothing garden", ein Garten, in dem nichts zu tun sein wird. Gestaltet wurde er vom chinesischen Künstler Song Dong. © HNA/Malmus
Akram Zaatari und sein Projekt "Time Capsule": In kleinen Holzschachteln liegen ausgewählte Fotos aus seinem persönlichen Archiv. In Beton gegossen wird die Kapsel unter der Erde bleiben. © dpa
Auch wer hinter diesem Kunstwerk steckt, hat die documenta noch nicht verraten. Vor der Orangerie liegt ein mit Wasser gefülltes Becken aus Beton. © dpa
Groß und imposant: Der argentinische Künstler Adrián Villar Rojas bespielt den unteren Bereich des Henschelgartens mit mehreren Großplastiken. © HNA/Schwarz
Diese Platten sind seit Wochen ein Hingucker. Sie liegen eingezäunt auf einer Wiese am Küchengraben. Was welcher Künstler damit sagen will? Das wissen bislang nur die Organisatoren. © HNA/Ditzel
Schmetterlings-Projekt nennt Künstlerin Kristina Buch ihr documenta-Kunstwerk. Es steht auf dem Friedrichsplatz. Für ihr Projekt hat Buch Hunderte Pflanzen gesetzt, die Schmetterlinge anziehen. Am Ende sollen 37 Schmetterlingsarten in dem Biotop heimisch werden. © HNA/Seri
Ist das Kunst, oder kann das weg? Dieser Metallschrott-Haufen am Ende der alten Zollamts-Ladestraße beim Kulturbahnhof ist Kunst. Der Urheber ist unbekannt. © HNA/Schwarz
Etwas Großes entsteht in der Karlsaue: Shinro Othake errichtet sein Projekt "Environment". © HNA/Ditzel
Eine Bank, in der nicht Geld, sondern Zeit gehandelt wird: Das ist das Projekt der mexikanischen Künstlerin Julieta Aranda und des russischen Künstlers Anton Vidokle. Dort kann jeder sein Angebot unterbreiten: Eine Stunde mit dem Hund spazieren gehen oder eine halbe Stunde vorlesen. © HNA/Ditzel

Quelle: mydocumenta

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