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Kios, Kultur und Karaoke: Drittes Meydan-Festival in Kassel

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Von: Leonie Krzistetzko

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Soll zum Pop-Up-Markt ausgeweitet werden: Der Kios, unter anderem im Hübner-Areal.
Soll zum Pop-Up-Markt ausgeweitet werden: Der Kios, unter anderem im Hübner-Areal. © Dieter Schachtschneider

Das dritte und letzte Meydan-Wochenende bespielt vor allem Bettenhausen und zeigt ein vielfältiges Programm.

Am Freitag startet das dritte und letzte Meydan-Wochenende der documenta fifteen – dieses Mal vor allem in Bettenhausen und in Zusammenarbeit mit dem Sandershaus und dem Zukunftsdorf22. Gefeiert werden unter anderem ein Harvest- und ein Roma-Moma-Street-Festival, es wird aber auch einen Kios-Pop-Up-Markt an allen drei Tagen (von Freitag bis Sonntag) geben. Ein Überblick.

Meydan #3: Der Pop-Up-Markt

Von Freitag bis Sonntag gibt es Lumbung-Artikel im Sandershaus (17 bis 21 Uhr), auf dem Hübner-Areal (10 bis 20 Uhr) und im Ruruhaus (nur Samstag und Sonntag von 10 bis 20 Uhr) beim Kios-Pop-Up-Markt zu kaufen. Dabei werden auch neue Produkte angeboten, verrät Bellina Erby von Ruangrupa. Zusätzlich können sich Besucher Harvest-Zeichnungen auf T-Shirts mit einer Siebdruckmaschine ducken lassen.

Durch die documenta habe Bettenhausen im Scheinwerferlicht gestanden, erzählt Thilo Trumpoldt vom Sandershaus. „Die Leute von der anderen Seite der Fulda haben den Stadtteil durch die Ausstellungsstandorte endlich wahrgenommen“, sagt der 36-Jährige. Wer noch nicht mitbekommen habe, was im Osten passiert, könne das nun durch Meydan erfahren. Das Hostel und soziale Projekt Sandershaus ist einer der großen Standorte des dritten Meydans. Hier werden auch die Harvester der d15 ihre Arbeiten ausstellen. Sie haben die Ausstellung künstlerisch in Harvests (Ernten) dokumentiert.

Am Sandershaus und Zukunftsdorf (v.l.): Thilo Trumpoldt (Sandershaus),Bellina Erby (Ruangrupa) und Maike Kujawsky (Zukunftsdorf22/Kollektiv Eigenklang).
Am Sandershaus und Zukunftsdorf (v.l.): Thilo Trumpoldt (Sandershaus),Bellina Erby (Ruangrupa) und Maike Kujawsky (Zukunftsdorf22/Kollektiv Eigenklang). © Leonie Krzistetzko

Meydan-Wochenende in Kassel: Das Harvest-Festival

Die Ausstellung im Sandershaus soll nur der Startpunkt des Harvest-Festivals sein, sagt Bellina Erby. Danach sollen die Arbeiten an anderen Orten von Mitgliedern des Lumbung-Ekosistems gezeigt werden – und zwar weltweit bis Dezember dieses Jahres. Gezeigt werden unter anderem Zeichnungen und Memes, die die Ausstellung aufgreifen. Dazu gibt es ein Begleitprogramm. Freitag und Samstag (je um 20 Uhr) werden die Harvester beispielsweise im Sandershaus Geschichten erzählen, am Samstag (14 Uhr) gibt Künstler Abdul Dupe einen Zine-Workshop. Während sich das Programm vor allem in Bettenhausen abspielt, ist das Roma-Moma-Street-Festival in der Nordstadt angesiedelt.

Meydan bei der documenta 15: Roma-Street-Festival

Die Off-Biennale Budapest arbeitet für das Roma-Moma-Street-Festival am Sonntag von 13 bis 22 Uhr mit der Kasseler Roma-Community zusammen – und feiert ihr Fest im Nordstadtstadion.

Der britische Künstler Daniel Baker, der im Fridericianum ausstellt, gibt hier einen Workshop „über die geheime Zeichensprache der nomadisierenden Roma“. Zum Programm gehört auch ein DJ Set vom ungarischen Produzenten und queeren Aktivisten Lazlorrobot. Außerdem zeigt die Off-Biennale Budapest verschiedene Zeichentrickfilme und eine Dokumentation. Neben den zwei Festivals und dem Pop-Up-Markt, wird es im Sandershaus, dem danebenliegendem Zukunftsdorf22, auf dem Hübner-Areal sowie im Gloria-Kino Workshops, Konzerte, Filme, Vorträge und Möglichkeiten zur Zusammenkunft geben.

documenta 15: Meydan - das Standort-Programm

„Es wird schön, sich zum Ende der documenta noch einmal zu treffen“, erzählt Maike Kujawsky vom Zukunftsdorf22. Hier soll der Fokus während Meydan auf dem gemeinschaftlichen Zusammensein liegen.

Freitag ab 18 Uhr organisiert das Projekt einen Potluck, ein Buffet, zu dem jeder etwas beitragen kann. Neben Diskussionen und Sound-Performances, wird es im Zukunftsdorf auch Lichtinstallationen geben – unter anderem sollen sie an die Haferkakaofabrik und die Kräutersauna „Genki-Ro“ vom Künstler Takashi Kuribayashi projiziert werden. Diese wird während des Wochenendes beim Sandershaus aufgebaut und genutzt.

„Ich freue mich unter anderem auf die queere Ballett-Performance von Sa Sa Art Projects am Samstag. Die Kunstschaffenden proben schon bei uns im Haus, das wird sehr spannend“, erzählt Thilo Trumpoldt. Die Künstler-Initiative aus Kambodscha ist nicht das einzige Kollektiv der documenta, das sich am Programm beteiligt. Die Jatiwangi Art Factory wird so beispielsweise im Hübner-Areal Musik-Acts wie die Kasseler Band Philodur präsentieren.

Die Bildungsplattform Gudskul veranstaltet am Samstag ab 20 Uhr eine Karaoke-Nacht im Hübner-Areal. „Hier sollen alle Besucher die kitschigen Guilty-Pleasure-Songs herausholen können, die sie im Kopf haben“, sagt Bellina Erby. Für sie und Ruangrupa habe die Lumbung-Reise erst angefangen: „Die Ausstellung ist symbolisch, wirklich wichtig sind aber die Verbindungen zwischen uns“, sagt sie.

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