documenta 13: Das waren die Gewinner und Verlierer

1 von 8
Gewinner: Bello & Co. Kunst kann kläffen: Die Kunst ist auf den Hund gekommen: Der künstlerischen Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev, kurz CCB, waren Vierbeiner besonders willkommen. Mancher Nordhesse sprach beim Anblick des Abenteuerspielplatzes in der Aue, dem Kunstwerk „Dog Run“ des Kanadiers Brian Jungen, schon von Dog-u-Menta statt von documenta.  
Kunstmarkt
2 von 8
Verlierer: Kunstmarkt. Keine Athmosphäre. Mitten in der Stadt und doch auf dem Abstellgleis: Obwohl die Wasserrüssel auf dem Königsplatz abgestellt waren, ging der Kunsthandwerkermarkt doch einigermaßen baden. Nur wenige documenta-Besucher verliefen sich zu den Verkaufsbuden. Und irgendwie wollte hier keine Atmosphäre aufkommen. Es fehlte die Musik, dafür gab es oft Handelsware.
3 von 8
Unentschieden: Penone-Baum. Lieblingskunstwerk mit ungewisser Zukunft. Er ist der Kasseler liebstes Kunstwerk: Guiseppe Penones Bronzebaum in der Karlsaue, erstes sichtbares Zeichen der d13. Zu gern hätten die Nordhessen den Baum als Erinnerung an die d13 hier behalten. Doch dafür fehlt es am Geld. Unter den sieben Werken, die die Ankaufkommission zum Erwerb vorgeschlagen hat, ist der Sympathieträger jedenfalls nicht. Der Kauf des Penone-Baums übersteige „leider finanziell die Möglichkeiten“ der Kommission, ließ OB Bertram Hilgen unlängst wissen. 385 851 Euro beträgt das Budget der Stadt Kassel, 200 000 Euro gibt es vom Land Hessen.
4 von 8
Verlierer: Coca-Cola. War nicht willkommen. Alles Bio, oder was? Kunst ohne Coca-Cola, lautete CCBs strikte Vorgabe. Die braune Brause wurde schon im Vorfeld als US-amerikanisches Imperialistengesöff gebrandmarkt und von den Getränkeständen verbannt. Stattdessen im Angebot: Bionade, Öko-Apfelsaft und jede Menge Mangold. Regional, saisonal und nachhaltig war das Motto der Stunde.
5 von 8
Gewinner: Konrad. Mit dem Rad zur Kunst. Das grüne Begleitbuch kam in den grünen Gepäckkorb: Die radelnden Kunstbesucher schraubten Konrads Nutzerzahlen in die Höhe. Das passte zum ökologischen Anspruch der d13 und ersparte lange Märsche durch die Karlsaue. Doch ob der Ansturm aufs Verleihsystem seiner Zukunft nutzt? Geld im Stadtsäckel will der Kämmerer 2013 nicht lockermachen.
6 von 8
Gewinner: Unbekannte Orte. Hugenottenhaus: Plötzlich wieder im Blickpunkt: hne die d13 würden manche Orte in Kassel weiter im Dornröschenschlaf weilen. CCB schickte nicht nur Kunstbesucher aus aller Welt, sondern vor allem die Kasseler selbst auf eine Entdeckungsreise durch die Stadt. Und die staunten, wie sich vergessene Orte verwandeln, wenn dort plötzlich die Kunst regiert. Ob Hugenottenhaus, das alte Finanzamt an der
7 von 8
Gewinner: Erdeeren. In aller Munde. Da war sie stets nur darum bemüht, im Beet zur vollendeten Reife zu gelangen - und dann der Ritterschlag: CCB emanzipierte die Erdbeere und staffierte sie mit politischen Rechten aus: Ab an die Urne mit den roten Früchtchen – oder doch lieber ins Marmeladenglas?
Kunstbesuch
8 von 8
Verlierer: Besucher auf dem letzten Drücker. Wer zu spät zur Kunstschau kam, der musste lange warten. Wohl dem, der schon im Juni auf Kunstreise ging: Je mehr sich die documenta 13 ihrem Finale näherte, desto länger wurden die Besucher-Schlangen. Vor allem am Wochenende wurde der documenta-Besuch zur Geduldsprobe. Sogar zu Handgreiflichkeiten soll es gekommen sein, als sich kurz vor Toresschluss die letzte zähe Warterunde als vergebens herausstellte. Die Lehre aus der Warterei: 2017 rechtzeitig Urlaub nehmen, den Kunstbesuch wochentags einplanen und einfach ein paar Tage länger in Kassel verweilen.

Quelle: mydocumenta