Ausstellung hatte aber schon mehrfach Standorte anderswo

documenta14: Athen ist eine neue Dimension

Kassel. Die documenta richtet nicht zum ersten Mal ihren Blick über den Kasseler Tellerrand - neu sind vermutlich die Dimensionen der internationalen Ausweitung.

Hatte Catherine David bei der documenta X im Jahr 1997 Redner aus aller Welt zu ihrer Reihe „100 Tage - 100 Gäste“ eingeladen, verstand 2002 Okwui Enwezor seine Documenta11 als fünfte und letzte mehrerer „Plattformen“. Enwezor hatte mit seinen Ko-Kuratoren ein Jahr lang Symposien zu Themen wie Demokratie, Recht und „Créolité und Kreolisierung“ vorgeschaltet.

Sie fanden in Wien, Berlin, Neu-Delhi, auf der Karibik-Insel St. Lucia sowie in Lagos (Nigeria) statt. Enwezor war 1963 in Nigeria geboren worden. Bei Adam Szymczyk mag ebenfalls ein auch persönlich begründetes Interesse an Athen bestehen: Partnerin des 44 Jahre alten Polen ist eine Schweizer Choreografin, deren Vater aus Griechenland kommt. Roger M. Buergels documenta 12 hatte ebenfalls einen Standort im Ausland - wenngleich eher exklusiv und symbolisch. 2007 flog täglich ein Besucher in Ferran Adriàs Restaurant „El Bulli“ in Katalonien. Carolyn Christov-Bakargiev veranstaltete 2012 Symposien in Alexandria (Ägypten) sowie im kanadischen Banff. Außerdem richtete sie ihren Blick nach Afghanistan – dort gab es gleichfalls eine Ausstellung der documenta, viele Künstler wie Michael Rakowitz und Goshka Macuga reisten nach Kabul, was später in die Kasseler Ausstellung einfloss. Mit der Präsentation setzte Szymczyk ein Zeichen. Seine Vorgängerin hatte für die Vorstellung ihres Teams das Berliner Theater Hebbel am Ufer gewählt und die Hauptstadtmedien eingeladen.

Szymczyk nutzte Montagabend das Gespräch in der Kunsthochschule, um alle Kuratoren zu Wort kommen zu lassen – und anzukündigen, Kasseler Initiativen künftig weiter an seinen Vorbereitungen teilhaben zu lassen. „Die schiere Nutzung als Ausstellungsort, so wie häufig in der Vergangenheit, soll erweitert werden und ein Dialog entstehen“, stellte documenta-Sprecherin Henriette Gallus gestern klar. „Diese Gespräche mit der lokalen Szene haben angefangen, sollen sich aber intensivieren. Das ist ein Prozess der parallel in Kassel und Athen stattgefunden hat, stattfindet und stattfinden wird.“

Von Mark-Christian von Busse

Quelle: mydocumenta

Rubriklistenbild: © dpa

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