Diese Sender zeigen Beiträge über die Kunstausstellung

Die documenta im Fernsehen: Eine Übersicht auf Dokus und Berichte aus Kassel

HNA / Fischer

Kassel. Zahlreiche Fernsehsender zeigen Dokumentationen und Berichte über die documenta 14. Eine Übersicht.

Zuletzt musste man aufpassen, in Kassel nicht über ein TV-Team oder dessen Kabelsalat zu stolpern. Das Ergebnis war und ist in zahlreichen Kulturmagazinen im Fernsehen zu sehen. Viele documenta-Beiträge stehen in den Mediatheken der Sender.

Arte

In der Arte-Mediathek sind unter dem Motto „Das Beste aus der Gegenwartskunst“ kurze Clips gesammelt, die d14-Künstler vorstellen. So kann man beispielsweise die Malerin Miriam Cahn in ihrem Studio besuchen oder Aboubakar Fofana in Mali beim Färben seiner indigoblauen Textilien zuschauen. Das Kulturmagazin „Metropolis“ hat sich zudem in Kassel umgesehen und zeigt die documenta in Kontakt mit der lokalen Kulturszene. 

ARD

Das ARD-Magazin „titel thesen temperamente“ hat der d14 eine ganze Sendung gewidmet (erstmals ausgestrahlt am späten Sonntagabend). Moderatorin Evelyn Fischer war in der Stadt unterwegs und probierte das documenta-Bier von Emeka Ogboh, Reporter trafen unter anderem die Künstler Hiwa K, Irena Haiduk und Apostolos Georgiou und begleiteten die Fotografin Ahlam Shibli nach Schwalmstadt-Trutzhain (Schwalm-Eder-Kreis). 

3Sat

Auch die „Kulturzeit“ sendete vergangene Woche rund 40 Minuten aus der documenta-Stadt Kassel. Moderatorin Cécile Shortmann trifft den Direktor der Staatlichen Museen Berlin, Udo Kittelmann, in der Hauptpost und kauft Seife der Künstlerin Otobong Nkanga. 

ZDF

Zum Superkunstjahr 2017 sendete das ZDF-Magazin „aspekte“ aus Kassel eine Diskussionsrunde zum Verhältnis von Kunst und Welt in Zeiten der Krise. Mit Moderator Jo Schück sitzen die Künstlerin Monica Bonvicini, documenta-Veteran Hans Haacke, der Künstler Renzo Martens und d14-Kurator Bonaventure Soh Bejeng Ndikung im temporären unterirdischen aspekte-Studio in der Weinkirche. 

HR

Auch der Hessische Rundfunk widmet sich ausführlich dem größten Kunstereignis des Bundeslandes. Unter anderem berichtet „Hauptsache Kultur“ über Tops und Flops vergangener documenta-Ausstellungen und stellt den düsteren Reiseführer „Schneewittchen und der kopflose Kurator“ des Kasseler Kritikers Christian Saehrendt vor. Außerdem stellt das Magazin die Frage, wie die d14 Kassel bewegt.

Die Arte-Doku "Weltkunst - eine Reise"

Heuballen sind scheue Kreaturen. Stundenlang fährt die britisch-albanische Künstlerin Lala Meredith-Vula durch karge verregnete Landschaften im Kosovo, doch die ersehnten trockenen Grasbüschel – typisch für die Region und die Menschen hier – bleiben verschollen.

Dass das Kunstschaffen nicht immer ein glamouröses Geschäft ist, zeigt der Film „documenta 14: Weltkunst - eine Reise“, der am Montag in Kassel Premiere hatte und heute Abend um 21.50 Uhr auf Arte läuft. Als die meisten Namen und Vorhaben der d14 noch ein großes Geheimnis waren, ist die Regisseurin Natascha Pflaumbaum zu mehreren eingeladenen Künstlern gereist und hat sie bei den Vorbereitungen für Athen und Kassel begleitet. Neben Lala Meredith-Vula – die schließlich doch noch Heuhaufen zum Fotografieren findet, die jetzt im Palais Bellevue zu sehen sind – besucht die Filmemacherin Michel Auder in New York, Marta Minujín in Buenos Aires, Daniel Knorr in Athen und Mounira Al Solh in Beirut.

Studio ohne Heizung

Die libanesische Künstlerin, die Porträts von Geflüchteten zeichnet und für Athen ein Trauertuch für die Toten des Syrienkrieges bestickt hat, arbeitet in einem winzigen Studio in Beirut, in dem im Winter schon mal die Heizung ausfällt. Ihre Wohnung in der libanesischen Hauptstadt hat sie untervermietet – aus Geldmangel. Während Pflaumbaums Dokumentation für halbwegs Interessierte nichts Neues über die Inhalte der d14 bereit hält, bietet sie doch vielsagende Einblicke in die Lebenswelten der Künstler. Eine documenta-Teilnehmerin kann wie Mounira Al Solh um ihren Lebensunterhalt kämpfen oder wie Marta Minujín in einem gigantischen Studio sitzen, wo ihr mehrere Assistenten bunte Stoffstreifen zuschneiden.

„Weltkunst – eine Reise“ ist ein ausgesprochen wohlwollender Blick auf das weltumspannende Vorhaben der documenta. „Kritik finde ich unlauter, bevor ich die Ausstellung gesehen habe“, sagt Natascha Pflaumbaum, die eng mit der Öffentlichkeitsabteilung der d14 zusammengearbeitet hat. „Mir ging es darum, Menschen zu zeigen.“

Ab und zu kommt zwischen den unaufgeregten Bildern jedoch ein wenig Unbehagen auf, zum Beispiel in der Sequenz, die den Künstler Daniel Knorr beim Müllsammeln begleitet. Den Schrott, den er auf Athens Straßen findet, wird er in Bücher pressen, viele Objekte haben Flüchtlinge zurückgelassen. Der Eifer, mit dem der Künstler den Elendsmüll als künstlerische Ressource beschreibt, zeigt den Seiltanz der ganzen d14: irgendwo zwischen Botschaftern der Menschlichkeit und Plünderern einer Leidkultur.

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