Gebäude am Friedrichsplatz

documenta im Leder-Meid-Gebäude ist eine Zeitreise in die 50er-Jahre

Erinnerung an die Anfangsjahre: So sah das Haus von Leder Meid früher aus. Die Wohnung befindet sich ganz oben.

Kassel. Manche Ausstellungsorte der documenta wären auch ohne Kunst einen Besuch wert. Die Wohnung im dritten Stock des ehemaligen Leder-Meid-Gebäudes am Friedrichsplatz gehört dazu.

Der Besuch ist eine Zeitreise in die 1950er-Jahre. Die Architektur ist typisch für die Jahre des Wiederaufbaus. Der Architekt Werner Hasper, der auch die Treppenstraße geplant hat, baute das Geschäftshaus für die Eheleute Langlotz. Die Chefin, Susanne Langlotz, stammte aus der Offenbacher Lederdynastie Meid. Daher auch der Name des Kasseler Geschäfts.

Im obersten Stockwerk des Hauses, das jetzt von der documenta genutzt wird, hatten zunächst die Eigentümer und später die Nachfolger ihre Privatwohnung. Die bietet einen beneidenswerten Panoramablick auf den Friedrichsplatz. Allein deshalb lohnt sich der Weg durch das Treppenhaus über drei Etagen nach oben. Auch ein Lift ist noch in Betrieb.

Beneidenswerter Blick aus dem Wohnzimmer: Die ehemalige Privatwohnung von Leder Meid ist ein Ausstellungsort der documenta. Von hier hat man diese Aussicht auf den Friedrichsplatz mit dem Parthenon der Bücher.

Vom ehemaligen Wohnzimmer kann man in diesen Tagen unter anderem die Aussicht auf den Parthenon der Bücher genießen. Auch der zur documenta eingerichtete Biergarten Beckett liegt direkt im Blick.

Für Besucher geöffnet: Beim Rundgang durch die Wohnung darf man auch einen Blick auf das Badezimmer werfen.

In der leer geräumten Wohnung, die so aussieht, als würde sie demnächst von Grund auf saniert, hängen großformatige Bilder. Gemalt hat sie der Grieche Apostolos Georgiou. Die Blicke der meisten Besucher gehen allerdings zuerst in Richtung Fensterfront und dann erst zur Kunst. Ebenfalls eine Attraktion ist das Bad mit zwei rosa Waschbecken und einer farblich abgestimmten Wanne.

Kunst im Wohnzimmer: Die Wohnung von Leder Meid.

Seit das Traditionsgeschäft Leder-Meid vor anderthalb Jahren geschlossen hat, stand das viergeschossige Haus mit allein 900 Quadratmetern Verkaufsfläche leer. Jetzt hat die documenta hier ihre Pressestelle eingerichtet, nutzt ehemalige Büroräume und eine großzüge Wohnung in attraktiver Lage.

Was mit dem Haus am Friedrichsplatz nach der documenta geschieht? Dazu haben sich die Eigentümer noch nicht geäußert.

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