Am Samstag wird Grundstein auf Friedrichsplatz gelegt

Parthenon der Bücher bei documenta 14: Jetzt beginnt das Sammeln

Das Vorbild: Eine Impression von Marta Minujíns Installation „El Partenón de libros“ 1983 in Buenos Aires. Den Nachbau des Parthenon plant sie auch für die documenta 14. Foto: documenta

Kassel. Für das documenta-Projekt „The Parthenon of Books“ (Der Parthenon der Bücher) der argentinischen Künstlerin Marta Minujín wird am Samstag, 15 Uhr, auf dem Kasseler Friedrichsplatz der Grundstein gelegt.

An diesem Tag kann man der Künstlerin die ersten gespendeten Bücher direkt übergeben.

Auch eine Spendenbox wird am Samstag vor dem Fridericianum aufgestellt. Dort können in den kommenden Monaten zu den Öffnungszeiten des Fridericianum Bücherspenden eingelegt werden. Bei der symbolischen Geste wird Kurator Pierre Bal-Blanc dabei sein.

Minujín plant für die documenta 2017, auf dem Friedrichsplatz eine Replik des Parthenon auf der Akropolis in Athen zu errichten. Für die Realisierung werden 100.000 verbotene Bücher gesammelt - Titel, die nach Jahren des Verbots wieder verlegt werden oder die in einigen Ländern legal verbreitet, in anderen aber untersagt sind.

Minujíns Installation soll ein Zeichen gegen das Verbot von Texten und die Verfolgung ihrer Verfasser sein, Sie geht zurück auf „El Partenón de libros“, den die Argentinierin 1983 nach dem Ende der Diktatur in ihrer Heimat in Buenos Aires errichten ließ.

Am Donnerstag stellen Minujín, der künstlerische Leiter der documenta 14, Adam Szymczyk, und Buchmesse-Chef Juergen Boos das Projekt auf der Frankfurter Buchmesse vor. Die Pressekonferenz beginnt um 14.30 Uhr an der Open Stage auf der Agora im Messegelände. Die Messe unterstützt die Sammelaktion und appelliert an Verlage und Autoren, sich zu beteiligen. „Bücher besitzen die Kraft, Macht und Politik zu hinterfragen“, sagt Boos. „Das macht sie so wichtig für eine liberale Gesellschaft.“ Ein Verbot von Büchern verrate sehr viel über die jeweilige Zeit und politische Ordnung.

Eine Orientierung, welche Bücher gespendet werden können, geben Verzeichnisse der Universität Kassel, die auf documenta14.de verlinkt sind. Diese Listen werden im Verlauf des Projekts kontinuierlich erweitert. Manche Beispiele für das weltweite Ausmaß und die Geschichte von Zensur, von Tolstoi bis Thomas Mann, Mark Twain bis Milan Kundera, erstaunen - viele einst oder gegenwärtig verbotene Bücher zählen zu Klassikern der Weltliteratur.

Bücher können persönlich abgegeben oder per Post nach Kassel geschickt werden (documenta 14, Stichwort: The Parthenon of Books), Friedrichsplatz 18, 34117 Kassel. Unterstützer werden gebeten, ein Formular auf documenta14.de auszufüllen und beizulegen. Falls die Spende mehr als 500 Kilogramm wiegt, bittet die documenta um Benachrichtigung vor dem Versand. Informationen: Tel. 0561/70727727,

books@documenta.de

Mehrere Kasseler Buchhandlungen und Antiquariate unterstützen das documenta-Projekt. Bücher können auch dort abgegeben werden.

• Hofbuchhandlung Vietor, Ständeplatz 17

• Buchhandlung Vogt, Friedrich-Ebert-Straße 31

• unibuch, Gottschalkstr. 8

• Buchhandlung am Bebelplatz, Friedrich-Ebert-Straße 130

• Antiquariat & Verlag Winfried Jenior, Marienstraße 5

• Brencher Buchhandlung, Wilhelmshöher Allee 273

• Café Buch-Oase, Germaniastraße 14

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