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documenta fifteen: Welche der Kunstwerke sollen in Kassel bleiben?

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Von: Andreas Hermann

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Die documenta fifteen in Kassel ist eröffnet. Hier finden Sie Bilder von den Standorten Karlsaue, Rondell, Bootshaus Ahoi und Fulda.
Docuemnta 15 in Kassel: Die „Schneckenfähre“ auf dem Gelände des Bootsverleihs Ahoi in Kassel. © Dieter Schachtschneider

Noch gibt es nichts Konkretes, aber die ersten Überlegungen für den Ankauf von documenta-Kunstwerken beginnen. Bis zu 600.000 Euro stehen bereit.

Kassel – Wie zu früheren Weltkunstausstellungen stellt sich auch zur documenta in Kassel die Frage: Welche Kunstwerke sollen auf Dauer in Kassel verbleiben? Bislang gibt es dazu nichts Konkretes, aber erste Überlegungen und finanzielle Mittel. Stadt und Land Hessen stellen in diesem documenta-Jahr bis zu 600.000 Euro für den Ankauf von Werken bereit.

Beim Verbleib von documenta-Kunst in Kassel geht es zunächst um Werke, die in die städtische Kunstsammlung aufgenommen werden sollen. Diese werden von der Ankaufskommission unter Vorsitz von Kulturdezernentin Susanne Völker (parteilos) dem Magistrat vorgeschlagen. Hingegen ist der Ankauf und Verbleib von großen oder größeren documenta-Werken im Außenbereich in der Regel nur dann möglich, wenn dafür Sponsoren (etwa Unternehmen) auftreten oder Spendenaktionen (etwa aus der Stadtgesellschaft) auf den Weg gebracht werden. So war das zum Beispiel beim Himmelsstürmer, beim Penone-Baum und auch vor fünf Jahren beim Obelisken.

Kunstwerke der Documenta 15 in Kassel: Eine konkrete Auswahl gibt es bisher nicht

Bislang sind Sponsoren- oder Spendenaktionen für ein Kunstwerk der documenta fifteen nicht bekannt. Auch die Auswahl konkreter Werke der diesjährigen Ausstellung für einen Ankauf hat bislang noch nicht stattgefunden. Die Ankaufskommission hat noch nicht getagt. Kulturdezernentin Völker begründete dies jetzt in der Stadtverordnetenversammlung auf Anfrage von Marcus Leitschuh (CDU) damit, dass einige Arbeiten erst in der Vorbereitung der documenta entstanden sind und weitere einen prozessualen Charakter aufweisen. „Im Vorfeld lagen deswegen keine ausreichenden Informationen für eine fundierte Bewertung zu den Kunstwerken vor, um bereits vor Beginn der documenta fifteen eine Auswahl zu treffen und eine Sitzung der Ankaufskommission zu terminieren“, sagt Völker.

Die Sitzung ist Mitte September geplant. Bei früheren documenten, so auch 2017, habe die Kommission schon vor dem Ausstellungsstart getagt, um Preisanfragen und Reservierungen zu ermöglichen, berichtet Marcus Leitschuh. Der Stadtverordnete, der auch Mitglied im documenta-Aufsichtsrat ist, sieht bei der laufenden Ausstellung im Außenbereich kein Kunstwerk, das unbedingt in Kassel verbleiben müsse.

Was bleibt nach der documenta 15 in Kassel: Bis zu 600.000 Euro sehen Stadt und Land diesmal für Ankäufe vor

Er persönlich finde aber, dass etwa die schwimmenden Gärten und die Schneckenfähre am Bootshaus Ahoi oder die Arbeiten vom Bund Deutscher Architekten (BDA) am Fulda-Ufer auch auf Dauer gut zu Kassel passen würden. Ob es Initiativen zum Verbleib dieser oder anderer documenta-fifteen-Werke geben wird, bleibt abzuwarten.

Die Stadt Kassel sieht jährlich Mittel für den Ankauf von Kunstwerken für die städtische Kunstsammlung vor. Diese Sammlung wird auf Basis eines Vertrags mit dem Land Hessen unter der Bezeichnung „Neue Galerie – Staatliche und Städtische Kunstsammlungen“ unter Verwaltung der Museumslandschaft Hessen Kassel (mhk) geführt.

Kunstausschuss entscheidet in Kassel: Höherer Etat in Jahr der documenta 15

Über den Ankauf von Kunstwerken für die Sammlung berät als städtisches Gremium die Ankaufskommission, eine Unterkommission des Kulturausschusses. Mit ihrer Entscheidung empfiehlt sie dem Magistrat den Ankauf bestimmter Kunstwerke für die Sammlung.

„In documenta-Jahren wird der städtische Ankaufsetat deutlich erhöht und um einen Anteil des Landes ergänzt, um den Ankauf von documenta-Kunstwerken zu ermöglichen“, erklärt ein Stadtsprecher. Im Jahr der documenta fifteen betrage der gemeinsame Ankauf-Etat bis zu 600.000 Euro (360.000 von der Stadt, 240.000 von MHK/Land). 2017 bei der d 14 stellte die Stadt 290.000 Euro bereit, 2012 (d 13) waren es 386.000 Euro. (Andreas Hermann)

Zwischen Enttäuschung und wahren Sehenswürdigkeiten, das sollte man auf der documenta 15 in Kassel gesehen haben. Bei der vergangenen documenta wurde für das umstrittene Kunstwerk Obelisk eine Spendenaktion ins Leben gerufen.

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