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Wo ist das Geld geblieben? Die Chronologie des documenta-Skandals

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Von: Florian Hagemann, Frank Thonicke, Horst Seidenfaden

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Der zweite Standort Athen hat die documenta 14 Millionen Euro gekostet - wie etwa das Marmorzelt von Rebecca Belmore, das mittlerweile auf dem Kasseler Weinberg steht. © documenta

Kassel. Wo ist das Geld geblieben? Innerhalb einer August-Woche wurde klar, dass der documenta Millionen Euro fehlen. Ein Blick auf die Ausgaben der documenta und eine Chronologie des Skandals um die Ausstellung.

Die documenta überschritt ihren Etat von 34 Millionen Euro für die aktuelle Ausstellung um sieben Millionen Euro. Wo aber ist das Geld geblieben? Ein Blick auf ein paar Geschichten und Anekdoten rund um beide Standorte lässt die Antwort erahnen.

Die Verantwortung für das finanzielle Desaster trägt in erster Linie die Geschäftsführung, sagt Chefredakteur Horst Seidenfaden zum Finanzchaos der documenta 14. Lesen Sie hier seinen Kommentar.

Die Chronologie des documenta-Skandals

8. April 2017: Die documenta beginnt in Athen.

10. Juni 2017: Die documenta beginnt in Kassel.

13. Juli 2017: documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff sagt im Deutschlandfunk, es gebe keine finanziellen Probleme. Gleichzeitig machen Gerüchte die Runde: Athen würde teurer als gedacht, Mehrausgaben seien aber durch gute Besucherzahlen in Kassel gedeckt.

22. Juli 2017: Christian Geselle wird Oberbürgermeister von Kassel und übernimmt automatisch von Bertram Hilgen das Amt des Aufsichtsratsvorsitzendenden der documenta.

24. August 2017: Die Liquiditätsprobleme werden deutlicher: Geselle wird mündlich berichtet, dass es sich um ein Defizit von 5,5 Millionen Euro handelt. Der neue OB verlangt, dass ihm schriftlich Zahlen präsentiert werden.

27. August 2017: Wieder mündlich berichtet die documenta-Geschäftsführung, dass das Liquiditätsproblem doch noch größer als 5,5 Millionen Euro sein könnte.

28. August 2017: Erstmals werden schriftlich Zahlen dem Aufsichtsratsvorsitzenden Geselle vorgelegt: Die sind katastrophal. Die documenta ist pleite, kann Rechnungen in Höhe von sieben Millionen Euro nicht mehr bezahlen.

30. August 2017: Geselle beruft eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrates ein. Darin wird ein Rettungsplan beschlossen. Land und Stadt übernehmen Bürgschaften von jeweils 3,5 Millionen Euro. Das Land schickt Wirtschaftsprüfer zur documenta.

21. September 2017: Eine weitere Sondersitzung des Aufsichtsrates ist geplant. Das Ergebnis der Wirtschaftsprüfung soll dann präsentiert werden.

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